In Berlin wurde das Richtfest für das Elisabeth-Selbert-Haus begangen, ein Neubauprojekt der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für die Bundestagsverwaltung. Die Baustelle befindet sich an der Adresse „Unter den Linden 62“, in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor. Der Rohbau des neuen Bürogebäudes ist abgeschlossen, womit ein weiterer Schritt in der Realisierung dieses parlamentarischen Infrastrukturprojekts erreicht wurde.
Das Gebäude ist Elisabeth Selbert gewidmet, einer der vier Frauen im Parlamentarischen Rat, die maßgeblich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes beteiligt waren. Ihr Engagement für den Gleichheitsgrundsatz, insbesondere Artikel 3, Absatz 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, prägt das deutsche Verfassungsrecht bis heute. Diese Namensgebung verbindet den Standort, die Funktion und die historische Dimension des Projekts. Künftig wird die Bundestagsverwaltung die Räumlichkeiten nutzen.
Nachhaltigkeit und Flexibilität in der Planung
Omid Nouripour, Vorsitzender der Bau- und Raumkommission des Deutschen Bundestages, betonte, dass der Neubau im Zentrum der parlamentarischen Demokratie konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Die ökologischen Kriterien für nachhaltiges Bauen werden vollumfänglich erfüllt. Das Energiekonzept des Gebäudes sieht eine regenerative Energiegewinnung vor, basierend auf Geothermie und Photovoltaik. Sollten die Zeitpläne für die Errichtung weiterhin vorbildlich eingehalten werden, setze der Bau nicht nur ökologische Maßstäbe, sondern auch in Bezug auf die Bauzeit. Mit dieser Liegenschaft des Deutschen Bundestages an einer der geschichtsträchtigsten Straßen Berlins werde der Block der Dorotheenstadt städtebaulich abgeschlossen.
Prof. Dr. Alexander von Erdély, Vorstandssprecher der BImA, hob hervor, dass die Errichtung eines Gebäudes für den Deutschen Bundestag an dieser historischen Adresse eine besondere Aufgabe darstellt. Das Elisabeth-Selbert-Haus füge der Geschichte des Ortes ein neues Kapitel hinzu, indem es ein modernes und nachhaltiges Gebäude bereitstellt, welches dem Parlament und seiner Verwaltung langfristig Handlungsfähigkeit ermöglicht. Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung wird einen Teil des Erdgeschosses belegen und dort Ausstellungsflächen sowie weitere Räume erhalten.
Der Neubau entsteht in direkter Nachbarschaft zur Polnischen Botschaft und fügt sich in das historische Gebäudeensemble der Dorotheenstadt ein, einem der ältesten und politisch wie diplomatisch bedeutsamsten Stadtteile Berlins. Er umfasst sechs Vollgeschosse und ein Untergeschoss mit einer Bruttogrundfläche von rund 13.000 Quadratmetern. Dies bietet Platz für etwa 200 Büros. Das Gebäude wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) mit dem Zertifizierungsgrad Silber errichtet. Die primäre Nutzung ist für die Bundestagsverwaltung vorgesehen; die Planung erlaubt jedoch eine flexible Umnutzung von einer administrativen zu einer parlamentarischen Nutzung mit geringem Aufwand, sollte dies erforderlich werden.














