In Trier-West schreitet die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers auf der ehemaligen Jägerkaserne voran. Das Areal, das eine Größe von rund zehn Hektar umfasst, wird zu einem lebendigen Wohn- und Lebensraum umgestaltet, der sich in den bestehenden Stadtteil integriert. Dieses Vorhaben, bekannt als „Projekt im Westen“, verfolgt das Ziel, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, ohne dabei zusätzliche Flächen zu versiegeln.
Die Planung sieht die Realisierung von circa 460 Wohneinheiten vor. Ergänzend dazu sind neue Freiräume, Spiel- und Aufenthaltsflächen vorgesehen, die dem gesamten Stadtteil zugutekommen. Ein zentrales Element der Entwicklung stellt die Offenlegung und Renaturierung des bisher unterirdisch geführten Irrbachs dar. Die EGP GmbH, ein auf die Revitalisierung von Brachflächen spezialisiertes Unternehmen, setzt das Quartier um. Beratung und Management erfolgen durch Drees & Sommer SE, ein Beratungsunternehmen mit Fokus auf Bau, Immobilien und Infrastruktur.
Bedeutung von Konversionsprojekten
Die Umwandlung ehemals militärisch, gewerblich oder industriell genutzter Flächen gewinnt bundesweit an Bedeutung. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung entstehen über 60 Prozent der neuen Stadtquartiere auf solchen Konversionsflächen. Seit dem Jahr 2000 wurden deutschlandweit mehr als 300 neue Stadtquartiere auf diese Weise entwickelt; weitere 220 Quartiere mit rund 285.000 Wohnungen befinden sich gegenwärtig im Bau. Christoph Paulußen, Projektleiter der EGP, hob hervor, dass die Umnutzung der Jägerkaserne die Möglichkeit bietet, benötigten Wohnraum zu schaffen und den Trierer Westen gleichzeitig nachhaltig zu entwickeln. Aus dem ehemaligen Kasernengelände entsteht demnach ein vielfältiges Quartier mit attraktiven Freiräumen, das ökologische und soziale Belange berücksichtigt.
Der Großteil der neuen Bebauung umfasst Mehrfamilienhäuser. Im ersten Bauabschnitt sind etwa 220 Wohneinheiten vorgesehen. Die EGP beabsichtigt, die fertiggestellten Gebäude im eigenen Bestand zu halten, um dauerhaft bezahlbaren und qualitätsvollen Wohnraum zu sichern und die langfristige Entwicklung des Quartiers zu gewährleisten. Die architektonische Ausgestaltung verantwortet die ARGE „better together“. Ergänzend zum Wohnungsbau entstehen diverse Freiräume für Begegnung, Erholung und Bewegung, darunter zwei neue Spielplätze, die generationenübergreifende Treffpunkte darstellen sollen. Diese Angebote richten sich sowohl an künftige Bewohner als auch an die Bevölkerung des gesamten Stadtteils. Die Städtebauförderung unterstützt den Bau im Rahmen des Programms „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ (WNE).
Renaturierung des Irrbachs und Infrastruktur
Ein wesentlicher Bestandteil der Quartiersentwicklung ist die Offenlegung des Irrbachs. Der Bach, der auf seinem 2,1 Kilometer langen Weg zur Mosel derzeit auf 1,6 Kilometern verrohrt unterirdisch verläuft, wird im Bereich des neuen Quartiers renaturiert. Max Vogel, Leading Consultant und Experte für Quartiersentwicklung bei Drees & Sommer, merkte an, dass Bachöffnungen dieser Art anspruchsvolle Vorhaben darstellen, da Renaturierung und bestehende Stadtstruktur aufeinandertreffen und Bebauung, Leitungen sowie Verkehrswege in Einklang gebracht werden müssen. Der freigelegte Irrbach übernimmt eine doppelte Funktion: Er dient als grünes Rückgrat mit Feuchtbiotopen, die Lebensräume für Flora und Fauna bieten, und trägt zum Regenwassermanagement bei, indem er anfallendes Regenwasser aufnimmt, speichert und verzögert abgibt.
Der Bebauungsplan ist seit September 2023 rechtskräftig. Der erste Bauabschnitt, einschließlich der Unterführung unter der Eurener Straße, ist bereits abgeschlossen. Die eigentliche Offenlegung des Irrbachs sowie der Bau der Aufenthalts- und Naherholungsbereiche sind für das vierte Quartal 2026 geplant. Aktuell werden die Flächen entsiegelt und die technische Infrastruktur vorbereitet. Drees & Sommer berät die EGP auch bei weiteren Konversionsprojekten in Trier, darunter Castelnau Mattheis und das Burgunder Viertel.














