Die Instone Real Estate Group SE verzeichnete im dritten Quartal 2026 deutliche Dämpfer auf der Nachfrageseite. Geopolitische und makroökonomische Unwägbarkeiten sowie ein spürbarer Zinsanstieg im Sommer führten insbesondere im Einzelvertrieb an private Investoren zu einem Rückgang der Verkäufe. Auch institutionelle Kunden agierten zögerlicher, was Entscheidungsprozesse verlängerte und einzelne Transaktionen verzögerte. Trotz einer angepassten Jahresprognose für 2026 behauptet das Unternehmen dank hoher Kostendisziplin eine überdurchschnittliche Profitabilität.
Ergebnisentwicklung und Margenstärke in den ersten neun Monaten
In den ersten drei Quartalen 2026 beliefen sich die bereinigten Umsatzerlöse auf 288,1 Millionen Euro, verglichen mit 347,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang resultiert primär aus der schwächeren Dynamik im Einzelvertrieb sowie einer reduzierten Bauleistung. Demgegenüber stieg die bereinigte Rohergebnismarge deutlich auf 29,4 Prozent nach 23,3 Prozent im Vorjahr und übertraf damit die unternehmenseigenen Erwartungen.
Die hohe Marge gründet auf einer ausgeprägten Wertschöpfungstiefe, konservativen Kostenkalkulationen und der daraus resultierenden Auflösung von Kostenreserven bei Schlussrechnungen. Außerdem entlasteten Inhouse-Planungsleistungen der Tochtergesellschaft nyoo die Projektbudgets nachhaltig. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 33,0 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert von 35,2 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern belief sich auf 12,2 Millionen Euro, beeinflusst durch ein erwartungsgemäß negatives Nettofinanzergebnis im Zuge der planmäßigen Auflösung aktivierter Zinsen.
Vertriebskanäle zwischen Zinsvolatilität und steuerlichen Impulsen
Das gesamte Verkaufsvolumen erreichte in den ersten neun Monaten 173,3 Millionen Euro, nach 229,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, in dem bereits institutionelle Verkäufe verbucht worden waren. Während das private Verkaufsvolumen kumuliert mit 167,3 Millionen Euro noch das Niveau des Vorjahres wahrte, brach die Nachfrage im dritten Quartal ein. Längere Kreditprüfungen seitens der finanzierenden Banken und eine überdurchschnittliche Stornierungsquote bei Reservierungen hemmten die Abschlüsse.
Als stabilisierender Faktor erweisen sich gezielt auf Kapitalanleger ausgerichtete Wohnkonzepte sowie die Nachfrage institutioneller Investoren nach bezahlbarem Wohnraum:
- —Nutzung steuerlicher Anreize des Wachstumschancengesetzes durch eine degressive AfA von 5,0 Prozent sowie eine lineare Sonder-AfA von weiteren 5,0 Prozent über vier Jahre für energieeffiziente Neubauten
- —Anhaltend großes institutionelles Interesse an Projekten im geförderten Wohnungsbau dank der etablierten Expertise der Unternehmensgruppe
- —Unterzeichnung einer ersten institutionellen Transaktion im November 2026 mit einem Volumen von 45 Millionen Euro
- —Erwarteter Abschluss weiterer institutioneller Verkäufe im vierten Quartal 2026, ungeachtet vereinzelter Verschiebungen in das erste Quartal 2027
Aufgrund des prognostizierten institutionellen Geschäfts und saisonaler Nachholeffekte im Einzelvertrieb rechnet Instone mit einem signifikanten Erlösanstieg im Schlussquartal. Zugleich bilden jüngste Grundstücksakquisitionen und der Schwerpunkt auf preisgünstigem Wohnungsbau das Fundament für die angestrebte Rückkehr auf einen nachhaltigen Wachstumspfad.














