Der Deutsche Verband für Facility Management (gefma) und der German Council of Shopping Places (GCSP) haben das gemeinsame Projekt „SustainFM Retail“ offiziell gestartet. Ziel dieser Initiative ist die Weiterentwicklung des etablierten Managementsystems SustainFM, um es spezifisch an die Anforderungen von Handelsimmobilien anzupassen. Die primäre Intention besteht darin, die Betriebsqualität von Immobilien systematisch zu evaluieren, Optimierungspotenziale aufzuzeigen und damit einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit sowie zum Werterhalt und zur Wertsteigerung von Handelsstandorten zu leisten.
Die methodische Weiterentwicklung des Systems wird durch die Expertise von STRABAG Property and Facility Services, WISAG und SustainProperty unterstützt. Als operativer Projektpartner begleitet die MEC das Vorhaben mit ihrer Erfahrung im Management von Handelsstandorten. Die Implementierung und praktische Erprobung ist initial an einem Fachmarktzentrum vorgesehen. Dieses Projekt resultiert aus der bestehenden Kooperation der beiden Verbände und verbindet die Facility-Management-Kompetenz der gefma mit der spezifischen Expertise des GCSP im Bereich der Handelsimmobilien.
Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, eine einheitliche Bewertungs- und Entscheidungsgrundlage für das Asset-, Property- und Facility Management zu schaffen. Dies soll eine kontinuierliche Überprüfung des operativen Betriebs ermöglichen, ungenutzte Potenziale identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Steigerung von Qualität und Effizienz ableiten. Annelie Casper, Geschäftsführerin der gefma, äußerte sich dahingehend, dass die Diskussion über ESG, Transformation und Zukunftsfähigkeit in konkreten Immobilienbetrieb zu übersetzen sei. Sie betonte, SustainFM Retail solle sichtbar machen, welche Qualität im Betrieb entsteht und wo spezifische Verbesserungen vorgenommen werden können.
Spezifische Anforderungen und Mehrwert
Handelsimmobilien stellen aufgrund ihrer Charakteristika – wie hohe Besucherfrequenzen, diverse Mieternutzungen, intensiver Lieferverkehr sowie komplexe Reinigungs-, Sicherheits- und Technikleistungen – besondere betriebliche Anforderungen. Die Integration dieser Elemente muss funktional gewährleistet sein. Gleichzeitig beeinflussen der Energieverbrauch, die Betriebskosten und die Aufenthaltsqualität maßgeblich die Attraktivität eines Standortes. SustainFM Retail soll diese komplexen Zusammenhänge transparent und steuerbar gestalten.
- —Das Asset Management erhält eine präzisere Grundlage zur Risikobewertung, für Investitionsentscheidungen und zur Entwicklung der Objektstrategie.
- —Das Property Management kann Kosten, Vertragsinhalte und Dienstleistungen von externen Anbietern zielgerichteter steuern.
- —Das Facility Management bekommt konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung technischer Abläufe, des Ressourceneinsatzes und der Servicequalität.
Diese Maßnahmen können im Zusammenspiel zur langfristigen Wertentwicklung der Immobilien beitragen. Ingmar Behrens, Generalsekretär des German Council of Shopping Places, unterstrich, dass Handelsstandorte komplexe Systeme darstellen, deren Funktionieren eine optimale Verzahnung von Eigentümern, Betreibern, Dienstleistern und Nutzern erfordert. Er merkte an, das Forschungsprojekt schaffe hierfür eine gemeinsame Wissensgrundlage.
Methodik und Erprobung
Die Basis von SustainFM bildet die Richtlinie GEFMA 160, welche den Immobilienbetrieb in fünf Dimensionen betrachtet: Organisation, Ökonomie, Ökologie, Soziokultur und Technik. Die Systematik erstreckt sich über isolierte Nachhaltigkeitskennzahlen hinaus und integriert Betriebskonzepte, Prozesse, Dienstleisterverträge sowie Verantwortlichkeiten. Die Weiterentwicklung der Methodik für Handelsimmobilien erfolgt durch Frank Rüll und Mike Jordt von STRABAG Property and Facility Services, Oliver Voigt und Dr. Dirk Fittkau von WISAG sowie Zoltán Csomor von SustainProperty Advisory. Schwerpunkte liegen auf der Definition geeigneter Bewertungskriterien, der erforderlichen Datenbasis und der zugrundeliegenden Bewertungslogik. Matthias Felten und Jörg Wege von der MEC bringen als operative Projektpartner ihre Erfahrungen aus dem Management von Handelsstandorten ein und begleiten die praktische Erprobung. Die Anwendung der Methodik im laufenden Betrieb und die Ableitung konkreter Verbesserungsmaßnahmen sollen an einem Fachmarktzentrum überprüft werden.














