Auf dem Frankfurter Markt für Logistik- und Industrieimmobilien setzt sich eine bemerkenswerte Dynamik durch. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erreichte der Vermietungsmarkt den höchsten Flächenumsatz seit den Spitzenwerten der Corona-Pandemie. Nach den ausgeprägten Boomphasen der vergangenen Jahre knüpft der Standort damit wieder an frühere Rekordmarken an und belegt die anhaltende Relevanz der Rhein-Main-Region im bundesweiten Logistikgefüge.
Maßgeblich getragen wird dieses Ergebnis von Großabschlüssen im sogenannten Big-Box-Segment. Verträge über Einheiten mit mehr als 10.000 Quadratmetern Mietfläche bildeten das Fundament für das deutliche Umsatzwachstum. Begleitet wird dieser Flächenbedarf von einer anhaltenden Aufwärtsbewegung bei den Mietpreisen, da sowohl die Spitzenmiete als auch die Durchschnittsmiete im Berichtszeitraum erneut zulegten.
Branchenschwerpunkte und verändertes Anmietungsverhalten
Die Nachfrage nach großflächigen Kapazitäten speist sich aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen. Neben Unternehmen aus dem Bereich des E-Commerce traten vermehrt Nutzer aus der Automobilbranche sowie aus dem pharmazeutischen Sektor als Nachfrager großer Einheiten auf. Vor allem asiatische Onlinehändler sicherten sich kurzfristig verfügbare Flächen im Frankfurter Raum, um flexibel auf logistische Erfordernisse reagieren zu können.
- —Hohe Flächenumsätze primär durch Abschlüsse im Segment über 10.000 Quadratmeter
- —Anhaltender Aufwärtstrend sowohl bei der Spitzen- als auch bei der Durchschnittsmiete
- —Großgesuche konzentriert auf E-Commerce, Automotive sowie den Pharmasektor
- —Zunehmende Nachfrage nach kurzfristig verfügbaren Kapazitäten durch asiatische Onlinehändler
Gleichzeitig wirkt sich eine begrenzte wirtschaftliche Planbarkeit spürbar auf das Entscheidungsverhalten der Mieter aus. Die Bereitschaft zu langfristigen Vertragsbindungen ist gegenwärtig gedämpft. Diese Situation kommt vor allem spekulativ errichteten Projektentwicklungen zugute, die bezugsfertigen Raum bieten. Dagegen bleibt das Interesse an maßgeschneiderten Built-to-suit-Lösungen, die längere Vorlaufzeiten und feste Bindungen verlangen, spürbar verhalten.
Gedämpfte Aktivität am Investmentmarkt
Ein gegenläufiges Bild zeigt sich am Kapitalmarkt für Logistikobjekte. Das Transaktionsvolumen blieb nach Ablauf der ersten neun Monate deutlich unter dem Vorjahresniveau und wies ein insgesamt unterdurchschnittliches Ergebnis auf. Neben den veränderten Finanzierungskonditionen hemmte vor allem ein knappes Angebot an marktadäquaten Produkten das Transaktionsgeschehen im institutionellen Bereich.
Damit offenbart der Frankfurter Logistiksektor derzeit eine deutliche Spreizung — während die operative Flächennachfrage im Vermietungsgeschäft an frühere Spitzenzeiten anknüpft, agieren Investoren unter den aktuellen Rahmenbedingungen weiterhin mit ausgeprägter Zurückhaltung.














