Die Aareal Bank hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 ihre operative Ertragskraft genutzt, um das Risikoprofil ihres Kreditportfolios vorsorglich weiter zu schärfen. Das bereinigte Betriebsergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf 143 Millionen Euro nach 306 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Der Rückgang resultiert aus der bewussten Zuführung zu einer zusätzlichen Risikovorsorge in Höhe von 160 Millionen Euro. Ohne diese gezielte Maßnahme hätte das bereinigte Betriebsergebnis bei 303 Millionen Euro gelegen und damit das Vorjahresniveau bestätigt.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Christian Ricken betonte, dass die Aufstockung der Reserven keine Verschlechterung der aktuellen Portfolioqualität darstelle. Vielmehr reduziere das Institut aktiv Risiken, um die Handlungsoptionen für die kommenden Jahre zu vergrößern. Dies verschaffe der Bank den Spielraum, künftige Gelegenheiten für anorganisches Wachstum, einen Verkauf oder einen potenziellen Börsengang wahrzunehmen. Zudem rechnet das Institut ungeachtet geopolitischer Unsicherheiten ab dem vierten Quartal 2026 mit einer Rückkehr zu normalisierten Risikokosten.
Operative Ertragszuwächse und planmäßiger Risikoabbau
Die Zinserträge entwickelten sich stabil: Der Zinsüberschuss stieg im Neunmonatszeitraum auf 722 Millionen Euro, verglichen mit 691 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend hierfür waren ein gewachsenes Kreditportfolio und ein höheres Einlagenvolumen. Das Provisionsergebnis belief sich auf minus 10 Millionen Euro nach 4 Millionen Euro im Vorjahr. Der bereinigte Verwaltungsaufwand blieb mit 233 Millionen Euro im Vergleich zu den 229 Millionen Euro des Vorjahres nahezu konstant, was zu einer im Branchenvergleich niedrigen Cost-Income-Ratio von 31 Prozent führte.
Beim Abbau leistungsgestörter Kredite verzeichnete das Institut weitere Fortschritte. Das NPL-Volumen reduzierte sich zum Ende des dritten Quartals auf 1,2 Milliarden Euro. Die Bank hält an dem Vorhaben fest, dieses Volumen bis zum Jahresende auf unter 1,0 Milliarde Euro zu drücken, was einer NPL-Quote von 3,0 Prozent entspräche. Die Gesamtrisikovorsorge belief sich nach neun Monaten auf 365 Millionen Euro. Nach Steuern und der Bedienung von AT1-Anleihen verblieb ein Nettoergebnis von 34 Millionen Euro. Die bereinigte Eigenkapitalrendite betrug 2,0 Prozent, hätte ohne die Sondereffekte jedoch bei 8,0 Prozent gelegen.
Verlässliche Refinanzierung und Stärke im Einlagengeschäft
Die Kapital- und Refinanzierungsbasis präsentierte sich zum Stichtag weiterhin gefestigt. Am Kapitalmarkt platzierte die Gruppe in den ersten neun Monaten ein Volumen von 2,2 Milliarden Euro, darunter drei Pfandbrief-Benchmark-Emissionen über rund 1,7 Milliarden Euro sowie eine grüne Senior-Non-Preferred-Anleihe über 300 Millionen Euro. Eine der Benchmark-Transaktionen wurde erstmals als grüner Pfandbrief begeben.
- —Harte Kernkapitalquote (Basel IV CET1 fully-phased) per Ende September bei soliden 15,4 Prozent
- —Komfortable Liquiditätsausstattung mit einer LCR von 185 Prozent und einer NSFR von 116 Prozent
- —Wohnungswirtschaftliche Einlagen im Segment Banking & Digital Solutions auf Rekordwert von 15,1 Milliarden Euro gestiegen
- —Bereinigtes Betriebsergebnis des Segments Banking & Digital Solutions um 20 Prozent auf 115 Millionen Euro gesteigert
Im Segment Banking & Digital Solutions bildeten die Einlagen der Wohnungswirtschaft mit einem Höchststand von 15,1 Milliarden Euro im September ein starkes Fundament für die Konzernrefinanzierung. Der Zinsüberschuss des Segments verbesserte sich um 12 Prozent auf 193 Millionen Euro. Zudem treibt der Bereich gemeinsam mit Aareon die Anbindung der Zahlungsverkehrslösung BK01 an weitere ERP-Systeme voran und baute seine Marktpräsenz mit dem Eintritt in den niederländischen Markt weiter aus.













