Für Anleger in geschlossenen Fondskonstruktionen stellt die vorzeitige oder reguläre Veräußerung ihrer Anteile unverändert eine erhebliche Hürde dar. Eine vorzeitige Kündigung ist vertraglich meist ausgeschlossen, und auch eine Rücknahme über die emittierende Gesellschaft findet in der Praxis selten statt. Vor diesem Hintergrund hat die Key Investors GmbH aus Düsseldorf mit dem Angebot Fonds-Exit ein strukturiertes Bieterverfahren etabliert, das Verkäufern von Beteiligungen an Immobilien-, Schiffs-, Energie-, Flugzeug- sowie Private-Equity-Fonds einen transparenten Marktzugang eröffnen soll.
Die Ausgangslage im deutschen Markt für geschlossene Beteiligungen ist komplex: Zwar existieren bundesweit über 4.500 aufgelegte Fonds, tatsächliche Transaktionen auf dem Zweitmarkt finden jedoch nur in geringem Umfang statt. Zudem haben sich die Rahmenbedingungen vieler Vehikel über die Jahre deutlich verändert. Zahlreiche Initiatoren haben sich zurückgezogen, Laufzeiten wurden verlängert und Gesellschaften umstrukturiert, sodass ursprüngliche Ansprechpartner für Zeichner oft nicht mehr greifbar sind.
Preisdiskrepanzen am Zweitmarkt und institutioneller Käuferkreis
Wie anspruchsvoll die Bewertung und Veräußerung gegenwärtig ist, verdeutlicht das aktuelle Handelsniveau an der Fondsbörse Deutschland. Dort wechseln entsprechende Beteiligungen derzeit im Durchschnitt lediglich zu 59 Prozent ihres ursprünglichen Nominalwerts den Besitzer. Umso entscheidender ist für Verkäufer die Einholung mehrerer unabhängiger Offerten, da die Kalkulationsgrundlagen potenzieller Erwerber stark voneinander abweichen.
Michael Kempkes, Geschäftsführer der Key Investors GmbH, verweist in diesem Zusammenhang auf seine mehr als 30-jährige Erfahrung am Kapitalmarkt und sein Netzwerk zu Fondsgesellschaften und professionellen Akteuren. Ziel sei es, Fondszeichnern den direkten Kontakt zu spezialisierten Ankäufern, Family Offices und institutionellen Investoren zu ermöglichen, die für Privatanleger im Alleingang kaum erreichbar wären.
Ablauf des strukturierten Bieterprozesses
Der Verkaufsprozess über die Plattform folgt einem standardisierten Ablauf, bei dem die Verkäufer zunächst den Fondsnamen, den Nominalbetrag sowie den jüngsten Bericht des Treuhänders einreichen. Auf dieser Grundlage wird eine realistische Preisspanne ermittelt, bevor das eigentliche Bieterverfahren initiiert wird:
- —Ermittlung einer fundierten preislichen Ersteinschätzung anhand der eingereichten Fondsunterlagen
- —Durchführung eines strukturierten Bieterverfahrens mit einer Regellaufzeit von zehn Werktagen
- —Transparente Gegenüberstellung aller eingehenden Kaufangebote institutioneller Interessenten
- —Begleitung der gesamten Transaktion durch Fonds-Exit bis zur finalen gesellschaftsrechtlichen Umschreibung
Die Letztentscheidung verbleibt uneingeschränkt beim Anteilseigner: Dieser wählt eigenständig aus, ob und welches Kaufangebot angenommen wird oder ob die Beteiligung im eigenen Bestand verbleibt. Parallel dazu steht das System registrierten Investoren offen, die Zugriff auf aufbereitete Beteiligungsunterlagen für eine strukturierte Prüfung erhalten.














