Eine von Research in Finance in Zusammenarbeit mit Neuberger durchgeführte „Global Private Investment Markets Study“ beleuchtet die Erwartungen europäischer Fondsselektoren hinsichtlich zukünftiger Investitionen in Private Markets. Die Untersuchung, welche die Einschätzungen von 1.051 Fondsselektoren aus verschiedenen europäischen Märkten erfasste – darunter 715 Vertreter aus dem Retail-Segment und 336 institutionelle Investoren –, verdeutlicht eine sich abzeichnende Verschiebung in den Anlagestrategien. Demnach ist künftig mit einem erhöhten Engagement in diesen illiquiden Anlageklassen zu rechnen, begleitet von einer zunehmenden Akzeptanz und Verbreitung neuer Fondsstrukturen wie ELTIFs.
Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass die Netto-Allokationsabsichten der Fondsselektoren im Retail-Segment über alle sieben untersuchten Private-Markets-Anlageklassen hinweg positiv sind. Eine signifikante Mehrheit der bereits investierten Befragten beabsichtigt, ihre bestehenden Zielallokationen beizubehalten oder zu erhöhen. Konkret wird erwartet, dass der Anteil der europäischen Retail-/Wholesale-Investoren, die in Private Markets investieren, innerhalb der nächsten fünf Jahre von aktuell 63 Prozent auf nahezu 88 Prozent ansteigen wird. Bei institutionellen Investoren, wo der Anteil bereits bei 75 Prozent liegt, wird ein Anstieg auf 85 Prozent prognostiziert, was eine erweiterte Anlegerbasis, insbesondere im Retail- und Wealth-Management-Bereich, indiziert.
Herausforderungen und Vorteile
Trotz des prognostizierten Wachstums identifiziert die Studie weiterhin relevante Hürden. Die mangelnde Liquidität wird von 65 Prozent der Befragten als größtes Hindernis genannt, ein Anstieg gegenüber 57 Prozent im Vorjahr. Weitere Bedenken äußerten die Befragten hinsichtlich mangelnder Transparenz (48 Prozent) und hoher Mindestanlagebeträge (37 Prozent). Dennoch überwiegen in der Wahrnehmung der europäischen Fondsselektoren die Vorteile von Private-Markets-Investments. Die Portfoliodiversifikation bleibt mit 74 Prozent der meistgenannte Vorteil, gefolgt von hohen Renditechancen, die von 55 Prozent der Befragten betont wurden. Positiv ist, dass der Anteil derer, die fehlende Zugangsmöglichkeiten als Hindernis betrachten, von 26 Prozent im Vorjahr auf 21 Prozent gesunken ist.
Die Allokationsabsichten für die kommenden zwölf Monate zeigen eine klare Tendenz: 37 Prozent der europäischen Investoren planen eine Erhöhung ihrer Private-Equity-Allokation. Bei nicht börsennotierten Infrastrukturbeteiligungen liegt dieser Wert bei 29 Prozent und bei Private Credit bei 25 Prozent. Die Vertrautheit mit ELTIFs steigt ebenfalls kontinuierlich an; 74 Prozent der Fondsselektoren sind nun mit dieser Fondsstruktur vertraut, gegenüber 68 Prozent im Vorjahr. Bereits 21 Prozent empfehlen ELTIFs ihren Kunden oder investieren selbst, im Vergleich zu 13 Prozent im Vorjahr. Weitere 18 Prozent planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate mit solchen Investitionen zu beginnen, wobei Evergreen-Strukturen in den meisten europäischen Märkten bevorzugt werden.
Bedeutung der Managerauswahl
Jesco Schwarz, Head of Intermediary Client Group für Deutschland und Österreich bei Neuberger, stellte fest, dass Private Markets sich zunehmend etabliert hätten. Er führte dies auf breitere Zugangsmöglichkeiten, ein wachsendes Anlegerverständnis und eine starke Nachfrage nach Diversifikation zurück. Die anhaltende Dynamik bei ELTIFs und Evergreen-Produkten sei erfreulich. Anleger nutzten flexiblere und benutzerfreundlichere Zugänge zu Private Markets, um ihre bestehenden Investitionen in geschlossene Fonds zu ergänzen. Schwarz betonte, dass in den Private Markets die Auswahl des Managers ein entscheidender Faktor sei, da Manager des obersten Quartils in der Vergangenheit die übrigen Anbieter kontinuierlich übertroffen hätten. Er äußerte die Überzeugung, dass die Managerauswahl, die Aufklärung der Anleger, eine geeignete Produktgestaltung und qualitativ hochwertige Investments essenziell seien, um für Kunden langfristig attraktive Ergebnisse zu erzielen.














