Der deutsche Zinshausmarkt präsentiert sich zur Jahresmitte 2026 in einem gefestigten Zustand. Aktuelle Gutachterausschussdaten für Berlin und Hamburg, ergänzt durch den GREIX-Index für 16 weitere deutsche Großstädte, belegen eine differenzierte, jedoch insgesamt stabile Marktentwicklung. In Berlin lag der mittlere Quadratmeterkaufpreis für Mehrfamilien- sowie Wohn- und Geschäftshäuser im zweiten Quartal 2026 bei rund 2.177 Euro. Dieser Wert entsprach nahezu dem des Vorjahresquartals. In Hamburg wurden Mehrfamilienhäuser zu etwa 3.456 Euro pro Quadratmeter gehandelt, was einem Anstieg von rund 7 Prozent im gleichen Zeitraum entspricht. Der GREIX verzeichnete einen Rückgang von rund 3 Prozent auf etwa 2.800 Euro pro Quadratmeter. Quartalsweise Schwankungen sind weiterhin erkennbar, jedoch haben sich die Preise mittelfristig auf einem stabilen Niveau etabliert.
Marktentwicklung 2025: Zuwachs bei Umsatz und Transaktionen
Grundlage der aktuellen Entwicklungen ist ein robustes Marktjahr 2025. Das Transaktionsvolumen in den 50 wichtigsten Mehrfamilienhausmärkten Deutschlands stieg auf rund 19,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (17,8 Milliarden Euro) entspricht. Parallel dazu nahm die Marktaktivität zu: 12.603 Kauffälle stellten ein Plus von rund 13 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 dar. Nach einer bereits im Vorjahr einsetzenden Belebung setzte sich die Erholung im Jahr 2025 fort. Jürgen Michael Schick, Herausgeber des Zinshaus-Marktberichts Deutschland, konstatierte eine wiedererlangte Dynamik, gekennzeichnet durch steigende Umsätze, mehr Abschlüsse und eine moderate Preisentwicklung. Er betonte, dass die Erholung regional unterschiedlich verlaufe und dies Chancen für eine detaillierte Analyse biete.
Berlin behauptet seine Position als führender Standort im deutschen Wohninvestment-Markt. Die Hauptstadt war 2025 für rund 20 Prozent des Gesamtvolumens der 50 wichtigsten deutschen Zinshausmärkte verantwortlich, was einem Umsatz von 3,84 Milliarden Euro entspricht. Mit 834 Transaktionen, einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ist Berlin auch hinsichtlich der Marktaktivität klar führend. Herr Schick hob hervor, dass kein anderer Standort an Berlin heranreiche, da ein Fünftel des gesamten Transaktionsvolumens allein auf die Hauptstadt entfalle. Er führte aus, Berlin verbinde Volumen, Liquidität und eine anhaltend hohe Nachfrage, was den Markt für nationale wie internationale Investoren unabdingbar mache.
Städtetypen und Mietpreisentwicklung
Der Zinshausmarkt bestätigte sich 2025 erneut als Metropolenmarkt. Die A-Städte akkumulierten rund 54 Prozent des Transaktionsvolumens, gefolgt von den B-Städten mit 25 Prozent. Auf die C-Städte entfielen 13 Prozent und auf die D-Städte 8 Prozent. Nach Berlin waren Hamburg mit 9 Prozent und München mit 7 Prozent die umsatzstärksten Einzelmärkte. Unter den Top-7-Städten verzeichnete Hamburg den höchsten Zuwachs bei den Kauffällen mit 28 Prozent. Diese Konzentration auf die großen Standorte bleibt ein prägendes Merkmal des deutschen Zinshausmarktes. Die Abschlussdaten zeigen langfristig eine Preisstabilisierung. Im Jahresvergleich 2025 zu 2024 stieg der mittlere Quadratmeterkaufpreis für Mehrfamilienhäuser um rund 3 Prozent, für Wohn- und Geschäftshäuser um etwa 4 Prozent. In den Top-7-Städten betrug der durchschnittliche Anstieg sogar rund 9 Prozent. Die aktuellen Quartalsdaten der vom GREIX untersuchten Standorte untermauern diese Stabilität: Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Preise zum Vorjahresquartal in vier von neun Großstädten, während drei Rückgänge zeigten und zwei unverändert blieben. Die Ausschläge in beide Richtungen sind moderat, was auf einen Markt hindeutet, der seine neue Preisbasis gefunden hat.
Anders als bei den Kaufpreisen setzte sich die Entwicklung der Mieten unverändert fort. Die mittleren Angebotsmieten für neuvermietete Bestandswohnungen erhöhten sich in der ersten Jahreshälfte 2026 über alle Städtekategorien hinweg im Schnitt um rund 3 Prozent. Die höchsten Werte sind in den A-Städten mit aktuell 15,41 Euro pro Quadratmeter zu verzeichnen, wobei auch die kleineren Städtekategorien auf niedrigerem Niveau Zuwächse aufwiesen. Dieser anhaltende Mietanstieg bestätigt den strukturellen Wohnraummangel in den deutschen Ballungsräumen.














