Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) hat die Entscheidung der Bundesregierung, die Fördermittel für das Programm EH55-Plus aufzustocken, begrüßt. Diese Maßnahme stellt die zweite Anpassung an die tatsächliche Nachfrage dar, nachdem bereits im Juni eine Verlängerung der Förderperiode erfolgt war. Die ursprüngliche Budgetierung von 800 Millionen Euro für die EH55-Plus-Förderung ist nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nahezu ausgeschöpft. Bis zum 5. Oktober 2026 wurden rund 52.100 Wohneinheiten im Rahmen dieses Programms gefördert.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat die Bereitstellung zusätzlicher Mittel bekannt gegeben. Die Förderung ist bis zum 31. Dezember 2026 terminiert. Über das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ können weiterhin zinsverbilligte Darlehen von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch genommen werden. Eine zentrale Bedingung hierfür ist die Erzeugung der Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.
Bedarf und Planungssicherheit im Fokus
Iris Schöberl, Präsidentin des ZIA, hob hervor, dass die nahezu vollständige Ausschöpfung der anfänglich bereitgestellten Mittel das signifikante Interesse und den realen Bedarf im Wohnungsbau unterstreicht. Projekte seien demnach baureif und warteten auf ihre Realisierung. Sie bewertete das Vorgehen der Bundesregierung als pragmatische Politik, die zielgerichtet den Wohnungsbau unterstütze. Für bestehende baureife Projekte bleibe die Planungssicherheit ein entscheidender Faktor.
Die aktuelle Aufstockung der Mittel setzt einen Kurs fort, der im Mai begann. Auf dem Tag der Immobilienwirtschaft (TDI) des ZIA am 19. Mai 2026 hatte Bundesbauministerin Verena Hubertz die Verlängerung der ursprünglich bis zum 30. Juni 2026 befristeten Förderung in Aussicht gestellt. Diese Ankündigung wurde am 19. Juni 2026 vom BMWSB umgesetzt, indem das Programm bis zur vollständigen Ausschöpfung der Mittel, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2026, verlängert wurde.
Die EH55-Plus-Förderung war im Dezember 2025 mit dem Ziel gestartet worden, den Bauüberhang zu reduzieren und somit den Neubau klimafreundlicher Wohneinheiten zu forcieren. Die konstante Anpassung der Förderbedingungen und Mittel an die Marktrealitäten wird von Branchenvertretern als konstruktiver Beitrag zur Stabilisierung und Förderung der Bauwirtschaft wahrgenommen.














