Das Netzwerk Zeitwohnwerk appelliert an die Mitglieder des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages, die Lebensrealitäten von Personen, die vorübergehend auf möblierten Wohnraum angewiesen sind, besser zu berücksichtigen. Die Organisation äußert Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen der geplanten Mietrechtsreform und fordert eine Nachjustierung der vorgesehenen zeitlichen Begrenzung für Vermietungen zum vorübergehenden Bedarf.
Der aktuelle Gesetzentwurf sieht vor, die Vermietung zum vorübergehenden Bedarf auf sechs Monate zu beschränken, mit der Möglichkeit einer einmaligen Verlängerung um maximal zwei Monate. Das Zeitwohnwerk beurteilt diesen Zeitraum als unzureichend. Es fordert stattdessen eine Regelung, die eine Verlängerung um bis zu sechs Monate ermöglicht, um den komplexen Lebenssituationen vieler Mieter gerecht zu werden.
Begründung der Forderung
Norbert Verbücheln, Geschäftsführer des Zeitwohnwerks, erklärt, dass die über 30-jährige Erfahrung des Netzwerks zeigt, dass die geplante '6+2-Regelung' zu kurz greift. Die Mehrheit der Vermietungen in diesem Segment konzentriert sich auf Mietdauern zwischen sechs und zwölf Monaten. Er nennt Beispiele wie die Dauer beruflicher Projekte, die sich über zehn Monate erstrecken können, oder Verzögerungen beim Hausbau. Auch nach einer Trennung sei die Planung einer dauerhaften Wohnsituation nicht innerhalb eines stark begrenzten Zeitrahmens realisierbar. Für solche Übergangsphasen sei eine ausreichende Flexibilität erforderlich, die eine '6- bis 12-Monatsregelung' wesentlich lebensnäher abbilden könne.
Die im Zeitwohnwerk zusammengeschlossenen Unternehmen beobachten, dass privater möblierter Wohnraum auf Zeit von verschiedenen Personengruppen dringend benötigt wird. Hierzu zählen Beschäftigte bei beruflichen Wechseln oder befristeten Projekten sowie Fach- und Führungskräfte an neuen Arbeitsorten. Auch Personen in privaten Übergangssituationen gehören zu dieser Gruppe. Unmöblierte Wohnungen stellen für diese Mieter oft keine unmittelbare Alternative dar, da die Anschaffung von Möbeln und Hausrat für wenige Monate ineffizient wäre. Gleichzeitig seien sehr teure möblierte Hotel- oder Serviced Apartments für die meisten Mieter finanziell nicht tragbar.
Sara Basad, ebenfalls Geschäftsführerin des Zeitwohnwerks, weist darauf hin, dass die Mietrechtsreform primär dem Mieterschutz dienen soll. Eine zu starre zeitliche Begrenzung könnte jedoch für Personen mit einem nachweislich vorübergehenden Wohnbedarf kontraproduktive Auswirkungen haben und die Situation verschärfen.
Implikationen für Fachkräftemobilität und Wirtschaftsstandorte
Das Zeitwohnwerk sieht in der vorgeschlagenen Regelung zudem potenzielle negative Auswirkungen auf die Mobilität von Beschäftigten. Flexible Wohnmöglichkeiten sind ein essenzieller Faktor, der Fach- und Führungskräften einen temporären Wechsel an einen anderen Arbeitsort erleichtert, ohne dass dort unmittelbar ein dauerhafter Haushalt etabliert werden muss. Dies ist besonders relevant bei Projektarbeit, Probezeiten, Versetzungen und weiteren beruflichen Übergangsphasen. Für diese Konstellationen sei ein weiter gefasster gesetzlicher Rahmen für vorübergehenden Wohnraum unabdingbar.
- —Das Zeitwohnwerk fordert eine Anpassung der geplanten Regelung, wonach eine Vermietung zum besonderen vorübergehenden Bedarf zunächst für bis zu sechs Monate möglich sein und
- —bei einem sich nach Mietbeginn ergebenden längeren Bedarf auf insgesamt bis zu zwölf Monate verlängert werden können soll.
Dem Zeitwohnwerk gehören Unternehmen aus bedeutenden Wirtschaftsstandorten wie Düsseldorf, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, München, Nürnberg/Erlangen und Stuttgart an. Die Mitgliedsunternehmen verfügen teilweise über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich des möblierten Wohnens auf Zeit, was die Expertise des Netzwerks in dieser speziellen Marktsegmentation untermauert.














