Die National Association of Realtors (NAR) hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass die Entwicklung von Datenzentren in den USA auf wenige Countys konzentriert ist. Der Bau dieser Einrichtungen trägt demnach zu steigenden Immobilienwerten und einer verbesserten lokalen Wirtschaftsleistung bei, insbesondere in Bezug auf die Haushaltseinkommen.
Der „NAR 2026 Data Center Impact Report“, dessen Ergebnisse zuerst vom Commercial Observer veröffentlicht wurden, kommt zu dem Schluss, dass Datenzentren tatsächlich Auswirkungen auf Immobilienwerte und lokale Ökonomien haben. Eine einheitliche nationale Bewertung ist jedoch nicht möglich, da die Effekte lokal variieren. Lawrence Yun, Chefökonom der NAR, merkte dazu an, es gäbe keinen einzelnen Datenzentrumseffekt; stattdessen unterscheide sich die Situation erheblich je nach lokalem Markt.
Regionale Konzentration und wirtschaftliche Auswirkungen
Die NAR analysierte nationale, bundesstaatliche und städtische Daten aus 3.200 US-Countys und fand heraus, dass 92 Prozent der Countys kein einziges Datenzentrum aufweisen. Zehn Countys beherbergen fast die Hälfte (42 Prozent) aller Datenzentren landesweit. Allein Loudoun County und Prince William County in Nord-Virginia machen 19 Prozent der US-Datenzentren aus. Das Silicon Valley in Nordkalifornien sowie Franklin und Licking Countys in Zentral-Ohio vereinen zusammen 10 Prozent der nationalen Datenzentrumsentwicklung.
Die NAR-Daten belegen, dass Gebiete mit einer Konzentration von Datenzentren tatsächlich stärkere Wohnungsmärkte aufweisen. In Countys mit mehr als zehn Datenzentren lag der Medianwert der Eigenheime bei $431.750, verglichen mit $174.500 in Countys ohne Datenzentren. Darüber hinaus stiegen die Eigenheimwerte in Countys mit zehn oder mehr Datenzentren zwischen 2014 und 2024 um 95 Prozent. Im gleichen Zeitraum betrugen die Medianeinkommen in diesen Datenzentrum-Clustern $89.000, verglichen mit einem Durchschnitt von $64.000 in Gemeinden ohne Datenzentren. Auch die Beschäftigung wuchs dort um 16 Prozent, gegenüber 2 Prozent in Countys ohne Datenzentren.
Nuancen und Herausforderungen
Lawrence Yun betonte, dass es sich nicht nur um einen einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang handele. Die Anzahl der Datenzentren allein sage nicht aus, was mit Immobilienwerten, Arbeitsplätzen oder Versorgungskosten geschehe. Der Bericht präzisierte, dass Countys mit mehr Datenzentren auch tendenziell höhere Einkommen, jüngere Bevölkerungen und mehr Hochschulabsolventen aufweisen, was ebenfalls mit einer stärkeren Wohnungsnachfrage verbunden sei.
Trotz der sichtbaren wirtschaftlichen Vorteile bestehen auch negative Wahrnehmungen hinsichtlich dieser Anlageklasse. Eine NAR-Umfrage unter 2.357 nationalen Gewerbe- und Wohnimmobilienmaklern ergab, dass 22 Prozent negative Auswirkungen der Datenzentrumsentwicklung in ihren Gemeinden berichteten, während 25 Prozent positive Effekte nannten. 61 Prozent der Makler gaben an, dass ihre Kunden Datenzentren mit erhöhten Energiekosten in Verbindung bringen, und 56 Prozent assoziieren die Anlagen mit übermäßigem Wasserverbrauch. Die NAR-Analyse zeigte zudem, dass die Strompreise für Haushalte in den Countys mit hohen Datenzentrumskonzentrationen zwischen 2020 und 2024 um 21,4 Prozent stiegen, verglichen mit 15,4 Prozent in Countys ohne Datenzentren. Yun bemerkte, es gebe keine Anzeichen für schwächere Wohnungsmärkte in Countys mit hoher Datenzentrumspräsenz, betonte jedoch, dass dies auf County-Ebene gelte und keine Aussagen über einzelne Häuser in unmittelbarer Nähe zu einer Anlage ermögliche. Daher seien lokale Kenntnisse und glaubwürdige Daten von großer Bedeutung.














