Eine aktuelle Wohnstudie, durchgeführt von Appinio im Auftrag von ImmoScout24, beleuchtet die Motivationen hinter der Wohnungssuche in Deutschland. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Suche nach einem neuen Zuhause häufig nicht primär auf Unzufriedenheit mit der bestehenden Wohnsituation basiert. Vielmehr sind es veränderte Bedürfnisse und der Wunsch nach einer optimaleren Anpassung an die eigene Lebensphase, die Menschen zum Handeln bewegen.
Gemäß der Erhebung suchen aktuell 39 Prozent der Befragten zwischen 18 und 65 Jahren nach einer neuen Immobilie. Davon interessieren sich 18 Prozent für eine Mietimmobilie, 11 Prozent für eine Kaufimmobilie, während 10 Prozent sowohl für Miete als auch Kauf offen sind. Bemerkenswert ist, dass 54 Prozent der aktuell Suchenden grundsätzlich mit ihrem derzeitigen Zuhause zufrieden oder sehr zufrieden sind. Bei Interessenten für einen Kauf liegt dieser Wert sogar bei 71 Prozent.
Familien als treibende Kraft der Nachfrage
Die Studie hebt besonders die Rolle von Familien auf dem Wohnungsmarkt hervor. 50 Prozent der Haushalte mit Kindern sind derzeit aktiv auf Wohnungssuche, im Vergleich zu 29 Prozent der Haushalte ohne Kinder. Obwohl die Suchaktivität bei Familien hoch ist, äußern gleichzeitig 69 Prozent dieser Familien Zufriedenheit mit ihrer aktuellen Wohnsituation. Diese Erkenntnis untermauert die These, dass veränderte Lebensumstände und nicht mangelnde Zufriedenheit den Ausschlag für eine Neuausrichtung des Wohnraums geben.
Die Hauptgründe für die Suche nach neuem Wohnraum sind klar definiert. 26 Prozent der Suchenden nennen den Bedarf an mehr Platz als primären Grund. Fast ebenso relevant ist der Wunsch nach einer besseren Lage, der von 25 Prozent der Befragten genannt wird. Eine Unzufriedenheit mit der bestehenden Wohnung oder dem Haus ist für 23 Prozent der Suchenden ausschlaggebend, während 20 Prozent eine bessere Ausstattung anstreben. Weitere Motive umfassen die Nähe zu Familie oder Freunden sowie günstigere Wohnkosten, jeweils genannt von 15 Prozent der Suchenden. Ein konkreter Wunsch nach Wohneigentum bewegt 13 Prozent.
Bedürfniswandel als Kernfaktor
Nicolas Cheron, Geschäftsführer von ImmoScout24, fasst die Studienergebnisse zusammen, indem er betont, dass eine Wohnungssuche nicht erst bei manifestierter Unzufriedenheit beginnt. Er erklärt, dass sich Bedürfnisse im Laufe des Lebens wandeln, sei es aufgrund eines erhöhten Platzbedarfs oder der Notwendigkeit einer anderen Lage, die besser zum Alltag passt. Insbesondere bei Familien werde deutlich, wie stark solche Veränderungen die Suche nach einem neuen Zuhause prägen. Die Analyse verdeutlicht somit, dass neben konkreten Problemen mit der aktuellen Immobilie vor allem der Wandel der Wohnbedürfnisse der zentrale Anlass für die aktive Marktteilnahme ist.













