Die internationale Fachmesse für Immobilien, Investitionen und Infrastruktur, die EXPO REAL, wird vom 5. bis 7. Oktober 2026 in München stattfinden. Ein zentrales Thema der Veranstaltung bleibt die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt. Die Messe widmet dieser Herausforderung eine spezielle Sonderausstellung und plant darüber hinaus zahlreiche Vorträge sowie Diskussionsforen, um Expertenlösungen zu präsentieren.
Laut Claudia Boymanns, Exhibition Director der EXPO REAL, ist die Schaffung von mehr Wohnraum eine essenzielle Bedingung für wirtschaftliches Wachstum und die Standortattraktivität Deutschlands. Sie betont die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft, Kapitalgebern und der Politik, da verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Neubau von entscheidender Bedeutung seien. Die EXPO REAL dient als Plattform, um diese Akteure zusammenzuführen und konkrete Strategien sowie kreative Ansätze zu erörtern, mit dem Ziel, neuen Wohnraum schneller zu realisieren und Investitionen zu fördern.
Flexible Housing und politische Rahmenbedingungen
Das Forum „Flexible Housing – Opportunities Next Door“ bildet den Haupttreffpunkt für die Wohnungswirtschaft auf der Messe. Im Mittelpunkt stehen pragmatische Lösungsansätze, darunter die Umnutzung von Gewerbeimmobilien zu Wohnraum, die Schaffung kommunaler und staatlicher Anreize für den Neubau sowie die Evaluierung von Potenzialen durch vereinfachte Baustandards. Begleitend zum Forum wird eine Ausstellung zu kostengünstigem, ressourcenschonendem und nachhaltigem Wohnen präsentiert. Das Konferenzprogramm wird aktuelle wohnungspolitische und wirtschaftliche Fragestellungen aufgreifen und hierzu hochkarätig besetzte Diskussionsrunden anbieten.
Ein Beispiel dafür ist die Diskussion am 5. Oktober von 16:00 bis 16:50 Uhr im „Discussion and Networking Forum“, bei der Bundesbauministerin Verena Hubertz die Perspektiven des Wohnungsneubaus unter den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten im Panel „Zukunft des Neubaus in Deutschland – Realität, Kapital und Umsetzbarkeit“ erörtert. Weitere Diskussionspunkte auf der EXPO REAL umfassen die geplante Reform des Mietrechts, für die Bundesjustizministerin Stefanie Hubig im Februar einen Gesetzentwurf vorgelegt hat, sowie die Pläne zur Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen in Berlin. Ökonomen und Marktexperten werden diese Entwicklungen analysieren und mögliche Chancen, Hemmnisse sowie Perspektiven für den Wohnungsbau beleuchten.
Bedeutung von Wohnimmobilien im EXPO REAL Trendindex
Die Relevanz des Themas Wohnen für die Immobilienwirtschaft wird durch den aktuellen EXPO REAL Trendindex unterstrichen. Diese jährlich vom Meinungsforschungsinstitut IfaD im Auftrag der Messe München durchgeführte Befragung zeigt, dass Aussteller und Besucher der EXPO REAL Wohnimmobilien mit 67 Prozent als wichtigste Assetklasse für Investitionsentscheidungen betrachten. Eine Mehrheit von rund 74 Prozent prognostiziert zudem, dass Wohnimmobilien in den kommenden Jahren eine stärkere Bedeutung als alle anderen Assetklassen erlangen werden. Hinsichtlich der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sehen die Befragten die Senkung der Baukosten und die Abschaffung kostspieliger Baustandards als zentrale Faktoren an.
Frau Boymanns führt aus, dass die Ergebnisse des Trendindex einen klaren Handlungsbedarf der Branche im Bereich Wohnen signalisieren. Es sei nun entscheidend, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Investitionsbereitschaft tatsächlich zur Entstehung neuen Wohnraums führt. Die EXPO REAL bündelt hierfür die entscheidenden Akteure der Wohnungswirtschaft, von Projektentwicklern über Investoren und Kommunen bis hin zur Politik, an einem Tisch. Dieser Austausch soll gefördert werden, was den besonderen Wert der Messe ausmacht.













