Eine von Appinio im Auftrag von ImmoScout24 durchgeführte Wohnstudie analysiert die Kompromissbereitschaft von Immobiliensuchenden in Deutschland. Die Untersuchung beleuchtet, welche Merkmale eines Objekts oder des Wohnumfelds für eine deutliche Kostenreduzierung verhandelbar sind und welche als essenziell erachtet werden. Der Preis stellt sich dabei als dominierendes Kriterium dar, das sowohl bei der Miet- als auch bei der Kaufsuche die häufigste Ursache für das Ausscheiden einer Immobilie darstellt.
Für eine Reduktion der Wohnkosten um ein Drittel zeigen sich Interessenten bereit, bei bestimmten Kriterien Abstriche zu machen. 27 Prozent der Befragten würden demnach ein älteres Gebäude akzeptieren. Eine Verringerung der Wohnfläche wäre für 21 Prozent vorstellbar, während 20 Prozent einen längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen würden. Des Weiteren könnten 19 Prozent auf einen privaten Parkplatz verzichten und 18 Prozent eine weniger gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr tolerieren.
Die Bereitschaft zu Kompromissen nimmt jedoch signifikant ab, wenn es um grundlegende Eigenschaften der Wohnqualität geht. Lediglich 9 Prozent der Befragten wären bereit, eine schlechtere Lage zu akzeptieren. Eine lautere Umgebung oder eine geringere Energieeffizienz würden jeweils nur 7 Prozent für niedrigere Kosten in Kauf nehmen. Bemerkenswert ist, dass 23 Prozent der Studienteilnehmer angaben, trotz eines Angebots mit deutlich reduzierten Wohnkosten bei keinem der abgefragten Merkmale Kompromisse eingehen zu wollen.
Preis als limitierender Faktor bei Miet- und Kaufobjekten
Die Studie differenziert zudem zwischen Miet- und Kaufinteressenten. Bei Mietwohnungen erweist sich der Preis als das häufigste Ausschlusskriterium. 38 Prozent der Befragten geben an, dass eine zu hohe Miete der primäre Grund ist, eine ansonsten passende Wohnung nicht weiter zu verfolgen. Flexibilität besteht hier eher bei spezifischen Ausstattungsmerkmalen: 33 Prozent würden auf ein Gäste-WC verzichten, und jeweils 18 Prozent könnten sich mit dem Verzicht auf ein modernes Bad, eine modernisierte Wohnung oder einen Balkon respektive eine Terrasse arrangieren.
Auch im Segment der Kaufimmobilien ist der Preis ein entscheidender Faktor. 25 Prozent der Kaufinteressenten nennen einen zu hohen Kaufpreis als Ausschlusskriterium. Zusätzlich sind 19 Prozent bereit, aufgrund eines hohen Sanierungsbedarfs von einem Kauf abzusehen. Hinsichtlich der Ausstattung zeigen sich Kaufinteressenten flexibler: 25 Prozent würden auf eine moderne Ausstattung verzichten, und 24 Prozent könnten sich eine Immobilie außerhalb des präferierten Stadtgebiets vorstellen. Ein Verzicht auf ein zusätzliches Zimmer wäre für 21 Prozent denkbar, während jeweils 20 Prozent bei der Wohnfläche oder einem modernen Badezimmer kompromissbereit wären.
Schlussfolgerungen zur Prioritätensetzung
Nicolas Cheron, Geschäftsführer von ImmoScout24, fasst die Ergebnisse zusammen, indem er betont, dass die Studie die Grenzen der Kompromissbereitschaft in der Wohnungssuche klar aufzeigt. Er hebt hervor, dass Menschen bei Ausstattung, Fläche oder dem Alter des Gebäudes eine hohe Flexibilität aufweisen. Im Gegensatz dazu würden der Preis sowie grundlegende Wohnqualitäten wie die Lage und die Ruhe des Wohnumfelds als deutlich gewichtigere Kriterien wahrgenommen, bei denen die Bereitschaft zu Abstrichen signifikant geringer ausfällt.














