Auf der EXPO Real erfolgte die Unterzeichnung des Generalunternehmervertrags für ein Bauvorhaben in Frankfurt-Niederrad zwischen der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) und der OBG-Gruppe Rhein-Neckar. Das Projekt umfasst ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 37 Wohneinheiten an der Melibocusstraße 49. Dieses Vorhaben schließt eine bestehende Baulücke in der Adolf-Miersch-Siedlung, wo sich bis vor zwei Jahren das Studentenwohnheim Cubity befand.
Von den 37 geplanten Wohneinheiten sind 19 gefördert und 18 freifinanziert. Die Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus in Frankfurt-Niederrad wird durch das Land Hessen mit rund zwei Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich leistet die Stadt Frankfurt einen Beitrag von etwa 1,2 Millionen Euro. Die NHW investiert in diesen Neubau insgesamt rund 15 Millionen Euro. Das fünfgeschossige Gebäude wird auf einer Grundstücksfläche von 1.975 Quadratmetern bis zum Jahr 2029 realisiert.
Quartiersentwicklung und Nachhaltigkeit
Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin der NHW, betonte die strategische Bedeutung der Innenentwicklung: Man schaffe gezielt neuen Wohnraum im Bestand und in gewachsenen Quartieren. Der bedarfsgerechte Wohnungsmix berücksichtige die Altersstruktur und Bedürfnisse der Bewohner und ergänze das bestehende Angebot sinnvoll, um das Quartier zu stabilisieren und zukunftsfähig zu gestalten. Dr. Constantin Westphal, ebenfalls Geschäftsführer der NHW, ergänzte, dass die Bewohner von einer guten Infrastruktur, kurzen Wegen und einer bestehenden Anbindung profitieren, während durch soziale Durchmischung und lebendige Nachbarschaften Verantwortung für ein lebenswertes Wohnumfeld übernommen wird.
Die neuen Wohneinheiten bieten eine vielfältige Auswahl an 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen, deren Größen von 45 qm bis 96 qm reichen. Diese Konfiguration eignet sich für Singles, Paare und Familien gleichermaßen. Ein Großteil der Wohnungen wird über Balkone verfügen. Für die Mieter stehen zudem 15 Stellplätze in einer Tiefgarage zur Verfügung. Die Energieversorgung des Mehrfamilienhauses erfolgt über eine energieeffiziente Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, was den modernen energetischen Standards entspricht.
Die Adolf-Miersch-Siedlung: Historie und Zukunft
Die Adolf-Miersch-Siedlung, im südwestlichen Niederrad gelegen, erstreckt sich über eine Fläche von knapp 50 Hektar. Sie wird im Norden von der Goldsteinstraße, im Osten von der Gerauer Straße, im Süden von der Waldfriedstraße und im Westen von der Mainbahn begrenzt. Als eines der großen Bauprojekte der Nachkriegszeit umfasste die Siedlung ursprünglich rund 1.800 Wohnungen. Zwischen 1956 und 1965 realisierte die NHW gemeinsam mit weiteren Wohnungsbaugesellschaften ein typisches Wohnquartier jener Zeit, gekennzeichnet durch vier- und fünfgeschossige Zeilenbauten, großzügige Freiflächen und ein vom Verkehr getrenntes Fußwegenetz.
Aktuell verwaltet die NHW etwa 1.200 Mietwohnungen in der Adolf-Miersch-Siedlung und verfolgt dort ein umfassendes Konzept zur zukunftsorientierten Quartiersentwicklung. Neben der energetischen Modernisierung des Bestands ist die Strategie der Innenergänzung ein zentraler Bestandteil. In diesem Rahmen wurde bereits eine Quartiersergänzung mit 25 geförderten Wohnungen im Passivhausstandard umgesetzt. Das Engagement der NHW umfasst auch moderne Mobilitätskonzepte und haushaltsnahe Dienstleistungen durch ein Wohn-Service-Team, insbesondere für ältere Mieter. Für diese ganzheitliche Quartiersentwicklung wurde die Adolf-Miersch-Siedlung im Jahr 2019 als erstes Quartier in Hessen mit dem Gold-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet.














