Eine aktuelle Untersuchung von Appinio im Auftrag von ImmoScout24 analysiert die Wohnpräferenzen der Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine klare Tendenz zu pragmatischen Wohnmerkmalen. Anstatt luxuriöser Ausstattungen legen die Befragten Wert auf Funktionalität und Wirtschaftlichkeit, was sich insbesondere in den Präferenzen für Außenbereiche und Kostenkontrolle manifestiert.
Die Studie identifiziert zentrale Wunschmerkmale, die den Alltag der Bewohner verbessern sollen. Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont, dass für die Mehrheit der Befragten nicht Luxus entscheidend ist, sondern Aspekte, die den Wohnkomfort und die Wirtschaftlichkeit positiv beeinflussen. Ein Balkon und dauerhaft niedrige Nebenkosten werden als wesentlich wichtiger eingestuft als beispielsweise eine Sauna oder ein begehbarer Kleiderschrank. Die steigenden Wohnkosten verstärken die Bedeutung der Energieeffizienz als entscheidendes Ausstattungsmerkmal.
Bevorzugte Wohnmerkmale und die aktuelle Realität
Bei der Abfrage nach bis zu fünf Wunschmerkmalen für das Traumzuhause positioniert sich der Balkon oder die Terrasse mit 36 Prozent an erster Stelle der Wunschliste. Ein Garten oder ein Parkplatz/eine Garage folgen mit jeweils 32 Prozent. Des Weiteren nennen 28 Prozent der Befragten Energieeffizienz beziehungsweise günstige Nebenkosten, während 22 Prozent eine Badewanne präferieren. Eine gute Aussicht sowie ein Keller oder Abstellraum werden von jeweils rund 21 Prozent der Teilnehmer als wichtig erachtet. Im Gegensatz dazu erreichen Ausstattungen wie eine Dachterrasse (10 Prozent), Smart Home-Technologien (10 Prozent), eine E-Ladestation (10 Prozent), ein begehbarer Kleiderschrank (8 Prozent) und eine Sauna (7 Prozent) deutlich geringere Priorität.
Die Untersuchung ergab zudem, dass viele dieser gewünschten Merkmale bereits in der aktuellen Wohnsituation der Befragten vorhanden sind und geschätzt werden. So verfügen 37 Prozent über einen Balkon oder eine Terrasse, und 32 Prozent schätzen ihren Garten. Parkmöglichkeiten werden von 21 Prozent der Befragten als Pluspunkt genannt, während die Aussicht für 19 Prozent relevant ist. Als am meisten geschätzt werden die Lage (45 Prozent) und die Ruhe (40 Prozent). Insgesamt sind 63 Prozent der Befragten mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden oder sehr zufrieden. Dieser Anteil liegt bei Eigentümern mit 80 Prozent signifikant höher als bei Mietern, wo er 52 Prozent beträgt.
Diskrepanz bei Energiekosten
Der größte Unterschied zwischen Wunsch und Realität zeigt sich im Bereich Energie und Wohnkosten. Bei Befragten, die hohe Energiekosten als Problem wahrnehmen, steigt der Wunsch nach Energieeffizienz beziehungsweise günstigen Nebenkosten auf 36 Prozent an, verglichen mit 28 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Dies korreliert mit Erkenntnissen aus dem ImmoScout24 WohnBarometer für das zweite Quartal 2026, welches einen Anstieg der Nebenkosten in unsanierten Bestandswohnungen um 3,8 Prozent auf 3,28 Euro pro Quadratmeter innerhalb eines Jahres aufzeigte. Dieser Anstieg übertraf die Entwicklung der Kaltmieten, die im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent zunahmen.
- —Balkon oder Terrasse: 36 Prozent bevorzugen dieses Merkmal.
- —Garten oder Parkplatz/Garage: Jeweils 32 Prozent priorisieren diese Ausstattungen.
- —Energieeffizienz / günstige Nebenkosten: 28 Prozent nennen diesen Punkt als wichtig.
- —Badewanne: 22 Prozent äußern den Wunsch nach diesem Ausstattungsdetail.













