Der deutsche Wohnimmobilienmarkt registrierte im dritten Quartal des Jahres 2026 ein Transaktionsvolumen von 1,65 Milliarden Euro. Dies stellt einen Rückgang um etwa 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, welches 1,99 Milliarden Euro erreichte, sowie einen Rückgang um 26 Prozent im Vergleich zum starken zweiten Quartal 2026 mit 2,22 Milliarden Euro dar. Kumuliert belief sich das Transaktionsvolumen für die ersten drei Quartale 2026 auf 5,75 Milliarden Euro, was einem nahezu stabilen Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (5,84 Milliarden Euro, minus 1,6 Prozent) entspricht.
Jan-Bastian Knod, Head of Residential Investment Germany bei Cushman & Wakefield, wies darauf hin, dass das dritte Quartal 2026 durch ein selektiveres Investorenverhalten gekennzeichnet war. Er erklärte, dass gestiegene Finanzierungskosten zu Verzögerungen bei Transaktionen geführt hätten. Gleichzeitig betonte er, dass der hohe Portfolioanteil verdeutliche, dass großvolumiges Kapital, insbesondere aus internationalen Quellen, weiterhin gezielt in den deutschen Wohnmarkt investiert werde.
Portfoliodeals gewinnen an Bedeutung
Nachdem im ersten Halbjahr 2026 Einzeltransaktionen das Geschehen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt bestimmten, entfiel im dritten Quartal der Großteil des Transaktionsvolumens auf Portfoliotransaktionen. Mit 965 Millionen Euro (59 Prozent) übertrafen diese erstmals in diesem Jahr die Einzeltransaktionen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem das Portfoliovolumen 755 Millionen Euro betrug, bedeutet dies eine Steigerung um knapp 28 Prozent. Lokale Portfolios trugen 487 Millionen Euro bei, während überregionale Portfolios mit 478 Millionen Euro nahezu gleichauf lagen. Einzeltransaktionen summierten sich hingegen auf 684 Millionen Euro, nach 1,23 Milliarden Euro im dritten Quartal 2025.
Knod bestätigte ein bereits im Vorquartal beobachtetes Muster: Internationales Kapital konzentriere sich auf großvolumige, überregionale Portfolios sowie auf Neubauprojekte, während nationale Investoren vorrangig in lokale Portfolios und Einzelobjekte investierten. Die bedeutendste Transaktion des Quartals wurde von Net Zero Properties getätigt, die das Polarlicht-Portfolio von DWS erwarben. Dieses umfasst rund 5.600 Wohneinheiten und etwa 333.000 Quadratmeter vermietbarer Fläche, verteilt auf fünf Standorte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, darunter Flensburg, Neumünster und Bremerhaven. Der Kaufpreis belief sich Medienberichten zufolge auf rund 350 Millionen Euro.
Internationales Kapital bei Projektentwicklungen aktiv
Auch im Bereich der Projektentwicklungen trat internationales Kapital verstärkt in Erscheinung. M&G Real Estate sicherte sich für den M&G European Property Fund im Rahmen eines Forward Fundings ein Neubauprojekt mit 145 Mietwohnungen an der Landsberger Allee in Berlin für 56 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 avisiert. Knod hob hervor, dass dieser Trend zeige, dass Forward Deals für institutionelle Investoren wieder an Attraktivität gewinnen, um frühzeitig Zugang zu hochwertigen Neubauprodukten zu erhalten. Insgesamt wurden im dritten Quartal 2026 internationale Mittel in Höhe von 618 Millionen Euro, was rund 38 Prozent des Gesamtvolumens entspricht, in deutsche Wohninvestments investiert. Dieser Anteil liegt leicht unter dem Vorquartal (40 Prozent), jedoch mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal (17 Prozent). Nationale Investitionen summierten sich auf 1,03 Milliarden Euro, was einem Anteil von 62,5 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn entfielen 1,98 Milliarden Euro bzw. 34 Prozent des Transaktionsvolumens auf internationale Investoren.
Das Interesse internationaler Investoren an Student- und Micro-Living bleibt nach Aussage von Jan-Bastian Knod ungebrochen. Er merkte an, dass Projekte und Plattformen angesichts gestiegener Finanzierungskosten derzeit intensiver geprüft würden, was Entscheidungsprozesse verlängere. Dennoch erwartet er, dass sich die laufenden Prozesse zeitversetzt in höheren Transaktionsvolumina niederschlagen werden und neu geschaffene Plattformen zu einer sukzessiven Zunahme der Transaktionsaktivität führen werden. Trotz des geringeren Quartalsvolumens zeige sich der Wohninvestmentmarkt in einer soliden Verfassung. Nach neun Monaten befinde man sich nahezu auf Vorjahresniveau, und großvolumige Portfoliotransaktionen kämen wieder zum Abschluss. Investoren agierten disziplinierter, wobei die Finanzierungsbedingungen zunehmend über die Realisierung von Transaktionen entschieden. Diese Faktoren werden auch für das Schlussquartal 2026 sowie das kommende Jahr entscheidend sein.














