Der US-amerikanische Industriemarkt war während eines Großteils der Pandemie durch Mieter gekennzeichnet, die so viel Lagerfläche wie möglich für die längstmögliche Dauer sichern wollten. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Der Markt hat sich normalisiert, aber die Nutzer sind nicht vollständig zum alten Verhaltensmuster zurückgekehrt. Logistiknutzer konzentrieren sich zunehmend auf Flexibilität, Transportkosten und die Fähigkeit zur Anpassung, ohne sich langfristig zu binden.
Der Mid-Year Industrial Outlook 2026 von CBRE berichtete, dass das Leasing von Drittanbietern für Logistikdienstleistungen (3PL) im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen ist. 3PLs könnten 2026 mehr als 35 Prozent des US-Industrieleasings ausmachen. Der Bericht weist darauf hin, dass viele 3PLs kürzere Mietlaufzeiten, kleinere Flächen und flexiblere Räumlichkeiten benötigen. Eine separate Mieterbefragung von CBRE ergab ebenfalls, dass Mietflexibilität zu den wichtigsten Kriterien bei der Gebäudeauswahl gehört.
Transportkosten machen typischerweise etwa 45 bis 70 Prozent der gesamten Logistikkosten aus, verglichen mit lediglich 3 bis 6 Prozent für feste Einrichtungskosten wie Miete, so CBRE. Dies kann das Anmieten eines weiteren strategisch gelegenen Lagers – selbst vorübergehend – lohnenswert machen, wenn es die Frachtwege verkürzt und die Lieferzeiten verbessert. On-Demand-Warehousing selbst bleibt ein relativ kleiner Teil der Industrieimmobilien, doch eine aktuelle Marktstudie von Mordor Intelligence schätzte, dass Lagervereinbarungen von weniger als einem Monat bereits mehr als die Hälfte des On-Demand-Sektors im Jahr 2025 ausmachten.
Warehub als Antwort auf Marktbedürfnisse
James Holbrook gründete Warehub, eine Plattform zur Standardisierung von kurzfristigen Industrieliegenschaftsmieten von bis zu einem Jahr. Diese ermöglicht es Eigentümern, Flächen zwischen Langzeitmietern zu monetarisieren, während sie Mietern temporäre Distributionskapazitäten bieten. Holbrook erläuterte, das Konzept sei aus über 2.500 Transaktionen während der Forschungs- und Entwicklungsphase der Plattform entstanden. Warehub hat nach eigenen Angaben landesweit mehr als 52 Millionen Quadratfuß Industriefläche an Bord genommen.
Herr Holbrook erklärte in einem Gespräch mit Commercial Observer, die über 2.500 abgeschlossenen kurzfristigen Industrieliegenschaftsmieten seien Teil der unternehmensinternen Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur Gestaltung der Warehub-Plattform gewesen. Warehub wurde entwickelt, um die Einschränkungen zu adressieren, mit denen der moderne Handel innerhalb der statischen Infrastruktur traditioneller Industrieimmobilien konfrontiert ist. Industrieimmobilien wurden auf Langzeitmieten ausgelegt, doch 50 bis 70 Prozent der gesamten Logistikausgaben eines Unternehmens entfallen typischerweise auf den Transport.
Man beobachte eine erhöhte Nachfrage nach kurzfristigen Flächen aufgrund der Beschleunigung des E-Commerce, der Instabilität von Zöllen und saisonalen Schwankungen. Während Vermieter generell langfristige Mietverträge für ganze Hallen wünschen, fordern Mieter zunehmend eine anpassungsfähigere geografische Platzierung ihrer Infrastruktur. Wenn Mieter regionale Distributionsknoten zusätzlich zu ihren bestehenden Netzwerken schaffen können, lassen sich Lieferwege verkürzen, Frachtkosten reduzieren und schneller auf Bestandsbedürfnisse reagieren. Diese Diskrepanz stellt das Problem dar, das Warehub zu lösen versucht.
Flexibilität in Distributionsnetzwerken
Kurzfristige Flächen können beispielsweise bei saisonalen Spitzen genutzt werden, indem ein Mieter den Bestand vorübergehend näher an seine Kunden verlagert, anstatt alles durch dieselben festen Einrichtungen zu bewegen. Dies kann helfen, die Transportkosten zu stabilisieren und gleichzeitig den Umsatz und die Nachschubfähigkeit zu unterstützen. Warehub schafft dafür ein strukturiertes Mietumfeld. Die Anforderungen der Mieter speisen die Angebotsseite, sodass Eigentümer sehen können, wo aktive Nachfrage besteht, und Flächen zur Verfügung stellen können, wenn der Zeitpunkt passt, ohne ihre langfristige Vermietungsstrategie zu beeinträchtigen. Ziel ist es, die Anreize beider Parteien aufeinander abzustimmen.
Die bisherige Nachfrage nach Warehub ist verstreut und verteilt sich über den Nordosten und Südosten der USA, ergänzt durch Regionen in Texas und Kalifornien. Dies beruht oft auf dem Bedarf von Unternehmen an zusätzlicher regionaler Kapazität. Bei saisonalen Spitzen fehlt in nahegelegenen Einrichtungen der nötige Platz, und temporäre Flächen bieten eine Möglichkeit, dies zu adressieren, ohne das Netzwerk dauerhaft erweitern zu müssen.














