Auf Grundlage der vorläufigen und noch ungeprüften Finanzkennzahlen der ersten neun Monate sowie der Prognosen für das vierte Quartal 2026 hat der Vorstand von Vonovia die Zielmarken für das laufende Geschäftsjahr angepasst. Das organische Mietwachstum wird für das Gesamtjahr 2026 nunmehr bei rund 3,8 Prozent erwartet, nachdem bisher von etwa 4,0 Prozent ausgegangen worden war. Beim Operating Free Cash Flow vor Veränderungen im Net Working Capital rechnet der Wohnungskonzern mit einem Ergebnis, das moderat unter dem Niveau des Jahres 2025 liegt. Zuvor war eine Stagnation auf Vorjahresniveau prognostiziert worden.
Darüber hinaus konkretisierte das Management die weiteren Ertragskennzahlen der Jahresprognose 2026. Das Adjusted EBITDA Total wird mittlerweile in der unteren Hälfte der ursprünglich kommunizierten Spanne erwartet, während das Adjusted EBT voraussichtlich um das untere Ende des Prognosekorridors liegen wird. Demgegenüber zeigen sich die Mieteinnahmen im Segment Rental und die Kennzahl Adjusted Shareholder Earnings widerstandsfähiger: Für beide Werte stellt der Vorstand Resultate in der oberen Hälfte der Bandbreite in Aussicht.
Belastungen im Transaktions- und Entwicklungsbereich
Verantwortlich für das etwas schwächere Mietwachstum im Geschäftsjahr 2026 sind vor allem reduzierte Investitionsvolumina, insbesondere im Bereich Development-to-Hold, sowie eine weniger dynamische Entwicklung der relevanten Mietspiegel. Wesentlich deutlicher hinter den ursprünglichen Erwartungen bleiben die verkaufsbezogenen Segmente Recurring Sales und Development zurück. Grund hierfür sind die kontinuierlich gestiegenen Finanzierungskosten für Kaufinteressenten, die das Transaktionsumfeld spürbar bremsen.
Im operativen Kerngeschäft verzeichnen die Segmente Rental und Value-add ungeachtet dessen eine unverändert positive Entwicklung. Der Vorstand geht davon aus, dass dieser Trend auch im Geschäftsjahr 2027 anhalten wird. Dennoch dürften insbesondere der Bereich Development und in geringerem Umfang die Sparte Recurring Sales auch künftig durch substanziell höhere Zinsen und die anhaltende Transaktionszurückhaltung belastet bleiben. Das veränderte Zinsniveau wirkt sich außerdem negativ auf das Finanzergebnis der Gesellschaft aus.
Auswirkungen auf Neubauvolumen und Zielkorridore bis 2028
Die gestiegenen Kapitalkosten zeigen mittelfristig Wirkung auf das Neubaugeschäft: Im Segment Development verzögert sich die Errichtung von kosteneffizientem Wohnraum für den eigenen Bestandsaufbau. Zwar rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2028 mit einer Beschleunigung des organischen Mietwachstums gegenüber den Jahren 2026 und 2027, das ursprüngliche Wachstumsziel von rund 5 Prozent dürfte nach Vorstandseinschätzung aus heutiger Sicht jedoch nicht erreicht werden.














