Große Immobilienagenturen im Vereinigten Königreich berichten von wachsenden Hürden auf dem Mietmarkt: Das im Rahmen des Renters' Rights Act vorgesehene Verbot von Mietvorauszahlungen erschwert es vulnerablen Mietern zunehmend, Zugang zu regulärem Wohnraum zu finden. Was als Schutz vor überzogenen Zahlungsforderungen gedacht war, entwickelt sich für Teile des Marktes zu einer faktischen Eintrittsbarriere.
Führungskräfte großer Vermittlungsnetzwerke wie LRG und Connells äußerten deutliche Bedenken hinsichtlich der gesetzlichen Neuregelung. Sie verweisen darauf, dass das strikte Verbot von Vorauszahlungen insbesondere Personengruppen trifft, die im regulären Prüfverfahren nur schwer die üblichen Sicherheiten nachweisen können.
Internationale Studierende und bonitätsschwache Mieter betroffen
Besonders stark betroffen von der Reform sind nach Beobachtung von Connells und LRG internationale Studierende sowie Mietinteressenten mit geringerer Bonität. Studierende aus Übersee verfügen im Regelfall weder über eine Kreditgeschichte im Vereinigten Königreich noch über lokale Bürgen. Für sie stellte die Entrichtung mehrerer Monatsmieten im Voraus bislang die verlässlichste Möglichkeit dar, privaten Vermietern die notwendige Zahlungssicherheit zu bieten.
Auch Wohnungssuchende mit negativen Bonitätsmerkmalen nutzten Vorauszahlungen bisher als pragmatische Lösung, um Vorbehalte von Immobilieneigentümern auszuräumen. Fällt dieses Instrument ersatzlos weg, neigen Eigentümer aus Gründen der Risikominimierung dazu, entsprechende Bewerbungen von vornherein abzulehnen.
Kritik an den Nebenwirkungen der Reform
Die Vermittler betonen, dass gut gemeinte gesetzliche Vorgaben das Risiko bergen, die Wohnungsnot für ohnehin benachteiligte Gruppen weiter zu verschärfen. Wenn Vermietern flexible Absicherungsmöglichkeiten genommen werden, verengt sich der Markt auf Interessenten mit lückenlos dokumentierter Bonität.
- —Erhöhte Zugangsbarrieren für ausländische Studierende ohne britische Bonitätshistorie
- —Wegfall pragmatischer Absicherungsoptionen für Mieter mit schwächerer Bonität
- —Zunehmende Vorsicht auf Seiten privater Vermieter bei der Mieterauswahl
Vertreter von LRG und Connells fordern daher, die praktischen Konsequenzen des Renters' Rights Act genau abzuwägen. Ohne tragfähige Alternativen zur Risikoabsicherung droht die gesetzliche Beschränkung die Zugangsungleichheit auf dem britischen Mietmarkt ungewollt zu vergrößern.














