Der deutsche Hotelmarkenmarkt befindet sich in einem Stadium struktureller Veränderungen, wie die jüngste Analyse der PKF hospitality group belegt. Die jährliche Untersuchung, die Hotelmarken mit mindestens zehn Häusern in Deutschland nach Anzahl der Hotels und Zimmer erfasst, hebt eine Konzentration des Wachstums im Economy-Segment hervor. Die Erhebung wurde mit Stichtag 31. März durchgeführt und umfasst auch eine retrospektive Betrachtung der Top-10-Hotelmarken über die vergangenen fünf Jahre.
B&B HOTELS führt das Ranking mit 240 Häusern an und bleibt damit die Marke mit dem größten Hotelportfolio in Deutschland. Das Unternehmen konnte im Vergleich zum Vorjahr 15 Betriebe hinzugewinnen. Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Best Western mit 123 Hotels und Mercure mit 87 Häusern. Premier Inn hat sich mit 68 Hotels auf den vierten Rang verbessert, gefolgt von Motel One mit 65 und ibis mit 64 Hotels. Die deutlichste Expansion innerhalb des letzten Jahres zeigte die IHG-Marke Garner, welche von 18 auf 41 Häuser wuchs, somit 23 neue Standorte eröffnete. Auch B&B HOTELS verzeichnete einen Zuwachs um 15 Häuser, elaya/Arthotel ANA um zwölf und DORMERO um neun.
Konträr dazu reduzierten einige Marken ihre Portfolios. Best Western verzeichnete den größten Rückgang mit neun Hotels, während auch IntercityHotel, NH Hotels, ibis und Mercure ihre Präsenz minimierten. Ulrike Schüler, Managing Director und Head of Germany bei der PKF hospitality group, stellte fest, dass der deutsche Hotelmarkenmarkt nicht homogen wachse, sondern sich seine Struktur wandle. Sie betonte die Intensität des Wettbewerbs um skalierbare und klar positionierte Konzepte, insbesondere im Economy-Segment, wo Marken expandierten, bestehende Häuser neu positioniert und Portfolios neu geordnet würden.
Dominanz des Economy-Segments und langfristige Verschiebungen
Obwohl das Midscale-Segment mit rund 37 Prozent der erfassten Hotels weiterhin den größten Anteil am deutschen Markenhotelmarkt ausmacht, kommt die stärkste Dynamik aus dem Economy-Bereich. Dieses Segment verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 44 Hotels. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren Garner mit 23 zusätzlichen Häusern, Coffee Fellows Hotels mit acht, Premier Inn mit sieben und Motel One mit vier Häusern. Auch das Budget-Segment wies per saldo einen Nettozuwachs von neun Hotels auf.
- —Economy-Segment: Zuwachs von 4.388 Zimmern, erreicht 32,6 Prozent Marktanteil.
- —Midscale-Segment: Bleibt mit 34,5 Prozent größtes Segment trotz rückläufiger Zimmerzahlen.
- —B&B HOTELS: Führt das Zimmer-Ranking mit 24.731 Zimmern an.
- —Premier Inn: Mehr als Verdopplung der Kapazität von 6.155 auf 12.423 Zimmer zwischen 2022 und 2026.
Die Zimmerkapazitäten zeigen ein ähnliches Bild der Marktbewegung. B&B HOTELS führt auch dieses Ranking mit 24.731 Zimmern an, gefolgt von Motel One mit 18.239 Zimmern. Best Western (12.761), Mercure (12.572) und Premier Inn (12.423) komplettieren die Spitzenplätze. Das Economy-Segment verzeichnete mit einem Plus von 4.388 Zimmern den größten Zuwachs und erreicht nun einen Anteil von 32,6 Prozent an der Gesamtkapazität. Das Midscale-Segment bleibt mit 34,5 Prozent Marktanteil zwar das größte, verzeichnete jedoch rückläufige Zimmerzahlen.
Fünfjahresvergleich offenbart nachhaltige Marktentwicklung
Der erstmals detailliert betrachtete Fünfjahresvergleich verdeutlicht nachhaltige Marktveränderungen. Unter den aktuellen Top-10-Marken erhöhte Premier Inn die Anzahl seiner Häuser seit 2022 von 36 auf 68, was einem Anstieg von 89 Prozent entspricht. DORMERO wuchs im gleichen Zeitraum von 28 auf 46 Häuser (64 Prozent), während B&B HOTELS von 151 auf 240 Häuser (59 Prozent) expandierte. Umgekehrt entwickelten sich Marken wie ibis mit einem Rückgang von 24 Prozent, Best Western mit minus 20 Prozent und Mercure mit minus elf Prozent. Bei den Zimmerzahlen sind die Verschiebungen noch ausgeprägter. Premier Inn verdoppelte seine Kapazität zwischen 2022 und 2026 auf 12.423 Zimmer. B&B HOTELS steigerte sich um 55 Prozent auf 24.731 Zimmer und Holiday Inn – the niu um 44 Prozent auf 8.869 Zimmer.
Ulrike Schüler betonte abschließend, dass der Fünfjahresvergleich aufzeige, dass es sich nicht nur um kurzfristige Verschiebungen handele. Einige Marken hätten ihre Präsenz in Deutschland erheblich ausgebaut, während etablierte Marken Häuser und Kapazitäten verlören. Dies führe zu einer Verschiebung der Marktgewichte. Sie wies zudem darauf hin, dass Ereignisse wie Insolvenzen und Markenwechsel seit dem Erhebungsstichtag weitere Entwicklungen nach sich gezogen hätten, deren Auswirkungen sich im nächsten Ranking zeigen würden.














