In Berlin wurde der Deutsche Verwaltertag 2026 unter dem Motto „Zukunft ist jetzt“ von der wiedergewählten VDIV-Präsidentin Sylvia Pruß eröffnet. Vor einem Fachpublikum von über 1.600 Teilnehmenden hob Frau Pruß die fundamentale Bedeutung der Immobilienverwaltungen für die Realisierung politischer Vorgaben im Sektor des Gebäudebestands hervor. Sie forderte eine frühzeitige Einbindung dieser Akteure in gesetzliche sowie förderpolitische Gestaltungsprozesse. Gleichzeitig appellierte sie an die Branchenunternehmen, die essentielle Bedeutung ihrer Dienstleistungen proaktiv zu kommunizieren und zu vertreten.
Das zweitägige Fachprogramm fokussiert auf aktuelle Themenfelder wie die Digitalisierung, die Integration von Künstlicher Intelligenz, relevante Aspekte des Wohnungseigentums- und Mietrechts sowie den notwendigen Reformbedarf im Wohnungseigentumsrecht. Weitere Diskussionsschwerpunkte liegen auf brancheninternen Veränderungsprozessen und der langfristigen Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Sektors. Frau Pruß betonte eingangs des Kongresses, dass die Tätigkeit der Immobilienverwaltungen über die reine Administration hinausgehe; sie umfasse die Gestaltung von Lebensräumen, den Erhalt von Sachwerten und die Übernahme von Verantwortung für den zentralen gesellschaftlichen Bereich des Wohnens.
Forderungen an die Politik und erfolgreiche Initiativen
An die Politik richtete die VDIV-Präsidentin die klare Forderung, dass jeder, der Veränderungen im Gebäudebestand anstrebt, die Immobilienverwaltungen von Beginn an konsultieren müsse. Das Know-how der späteren Umsetzer sei bereits bei der Entwicklung von Regelungen und Förderprogrammen zu berücksichtigen, nicht erst nach deren Verabschiedung oder bei auftretenden Umsetzungsschwierigkeiten. Sie führte aus, dass eine Regulierung nicht allein durch ihre theoretische Formulierung gut sei, sondern durch ihre Verständlichkeit, Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit überzeugt.
Frau Pruß untermauerte die politische Relevanz der Anliegen der Immobilienverwaltungen durch konkrete Beispiele der letzten zwölf Monate. Der VDIV wirkt aktiv in der Mietrechtskommission der Bundesregierung mit und trug entscheidend dazu bei, dass die Weiterbildungspflicht für Wohnimmobilienverwalter erhalten blieb. Ebenso setzte sich der Verband erfolgreich gegen zusätzliche Auflagen eines sogenannten Gebäude-TÜV ein und engagierte sich für Förderkonditionen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur, welche die Entscheidungsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften besser berücksichtigen.
Bedeutung von Qualifikation und Wandel
Gleichzeitig warnte Frau Pruß davor, den notwendigen Bürokratieabbau mit einer Reduktion professioneller Standards gleichzusetzen. Eine Abschaffung der Weiterbildung würde nicht zur Bürokratieentlastung führen, sondern zu einem Abbau von Qualität und Verbraucherschutz. Das übergeordnete Ziel des VDIV bleibe daher die Etablierung eines Berufsbildes, welches klare Zugangsvoraussetzungen und verlässliche Qualifikationsstandards vorsieht. Das Motto „Zukunft ist jetzt“ versteht die VDIV-Präsidentin als einen direkten Auftrag an die Branche selbst.
Der Sektor der Immobilienverwaltung befindet sich durch technologischen Wandel, den Fachkräftemangel sowie die energetische und technische Modernisierung von Immobilien in einem fundamentalen Transformationsprozess. Frau Pruß ermutigte die beteiligten Unternehmen, diesen Wandel proaktiv mitzugestalten und den Wert ihrer erbrachten Leistungen selbstbewusst darzustellen. Abschließend fasste sie das Selbstverständnis des Berufsstands prägnant zusammen, indem sie die Immobilienverwaltungen als die Fachleute für den Gebäudebestand, Partner der Eigentümer, Übersetzer zwischen Politik und Praxis sowie als Ermöglicher von Veränderungen bezeichnete. Die zentrale Botschaft zum Auftakt des Kongresses lautete: „Ohne uns geht es nicht.“














