Nach einer Phase verhaltenen Wachstums verzeichnete der US-amerikanische Arbeitsmarkt im Oktober eine überraschend dynamische Entwicklung. Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics entstanden in den Vereinigten Staaten im vergangenen Monat 165.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft. Das Ergebnis übertrifft die Erwartungen der Analysten von Dow Jones, die im Vorfeld lediglich von einem Zuwachs um 59.000 Stellen ausgegangen waren, um ein Vielfaches.
Zugleich wurde das Vormonatsergebnis nach oben revidiert. Während für September zunächst lediglich 29.000 neue Beschäftigungsverhältnisse gemeldet worden waren, wies die korrigierte Statistik ein Plus von 60.000 Stellen aus – ein Anstieg um 31.000 Stellen gegenüber der vorherigen Schätzung. Die Arbeitslosenquote sank im Oktober parallel dazu leicht auf 4,1 Prozent. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe belief sich auf 189.000 und bewegt sich damit weiterhin in der Nähe historischer Tiefststände aus dem Jahr 1969.
Signalwirkung für die Zinspolitik der Federal Reserve
Die robuste Arbeitsmarktlage verschafft der Federal Reserve zusätzliche Klarheit bei der Verfolgung ihres dualen Mandats, das auf Preisstabilität sowie Vollbeschäftigung abzielt. Da sich die Beschäftigungslage widerstandsfähig zeigt, kann sich die US-Notenbank vorrangig auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren. Diese erweist sich angesichts von Ölpreisanstiegen, Handelszöllen und hartnäckigem Preisdruck weiterhin als Belastung für die Gesamtwirtschaft.
In der vergangenen Woche beschloss der Offenmarktausschuss der Federal Reserve mit einem Abstimmungsergebnis von 10 zu 2 Stimmen, den Leitzins in der Spanne von 3,75 Prozent bis 4 Prozent unverändert zu belassen. Die Teuerungsrate liegt unverändert über dem Zielwert der Zentralbank von 2 Prozent. Marktbeobachter gehen gestützt auf Aussagen des Vorsitzenden Kevin Warsh davon aus, dass die Notenbank die Zinsen vor dem Jahresende mindestens noch einmal anheben könnte.
Dienstleister und Gesundheitssektor tragen den Stellenzuwachs
Der Stellenzuwachs im Oktober verteilte sich ungleichmäßig auf die einzelnen Wirtschaftszweige, wobei insbesondere spezialisierte Dienstleistungsbereiche maßgeblich zum Anstieg beitrugen:
- —Unternehmensbezogene und freiberufliche Dienstleistungen: 70.000 neue Arbeitsplätze
- —Gesundheitswesen: 42.000 zusätzliche Beschäftigte
- —Finanzsektor: 7.000 neu geschaffene Positionen
Trotz der positiven Dynamik im Oktober bleibt der übergeordnete Trend von Zurückhaltung geprägt. Von Januar 2025 bis September 2026 betrug das monatliche Beschäftigungswachstum im Durchschnitt lediglich 35.000 Arbeitsplätze. Im gesamten Berichtszeitraum stieg die Zahl der Arbeitsplätze laut Daten von CNBC nur in einem einzigen Monat um mehr als 200.000, während in sieben Monaten sogar ein Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen war.














