Der deutsche Immobilienmarkt präsentierte sich im September heterogen. Der Gesamtindex verzeichnete einen Rückgang von 0,35 Prozent auf 221,77 Punkte, liegt jedoch im Jahresvergleich um 0,84 Prozent im Plus. Bei Eigentumswohnungen sank der Index um 0,66 Prozent auf 218,39 Punkte, was einem Rückgang von 0,53 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Analog dazu zeigten sich die Preise für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser rückläufig. Der Index gab im September um 0,69 Prozent auf 201,12 Punkte nach. Im Vergleich zum Vorjahr unterschreiten Bestandshäuser das Preisniveau um 0,12 Prozent. Eine gegensätzliche Entwicklung ist bei Neubauten zu beobachten: Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen im September um 0,22 Prozent auf 245,80 Punkte, was einen neuen Höchststand markiert und einem Anstieg von 2,92 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Zugangsproblematik und Preisdiskrepanzen
Stefan Münter, Europace-Vorstand und Co-CEO, konstatierte, der September spiegele keinen einheitlichen Markt wider, sondern ein Zugangsproblem. Er wies darauf hin, dass Neubau für viele Haushalte zunehmend schwerer finanzierbar werde. Obwohl die Kaufpreise im Bestand leicht nachgäben, entstehe daraus noch keine echte Erschwinglichkeit, da Zinsen, Erwerbsnebenkosten und häufig notwendiger Sanierungsbedarf weiterhin erhebliche Hürden darstellten. Münter betonte die Notwendigkeit, den Ersterwerb zu entlasten, um Wohneigentum breiter zu ermöglichen.
Die Analyse der VALUE AG verdeutlicht eine sich wieder öffnende Schere zwischen Angebots- und Transaktionspreisen. Während die Transaktionspreise im September sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Bestandshäusern nachgaben, zeigten sich die Angebotspreise als resilienter. Sebastian Hein, Direktor Marktdaten bei der VALUE AG, erklärte, dass die Preise bei den Abschlüssen aufgrund von Bauzinsen über vier Prozent bereits nachgäben, während Verkäufer an den Preisen des Frühjahrs festhielten.
Detaillierte Segmentanalyse
- —Häuser (Angebotspreise): Die Angebotspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser erhöhten sich im September um 0,17 Prozent gegenüber dem Vormonat und verzeichnen seit April monatliche Zuwächse. Im Jahresvergleich beträgt der Anstieg 1,9 Prozent.
- —Eigentumswohnungen (Angebotspreise): Bei Eigentumswohnungen sanken die Angebotspreise im September um 0,32 Prozent gegenüber August. Dies war der vierte Rückgang in Folge, jeweils um rund ein Drittel Prozent. Die Jahresrate liegt bei lediglich 0,3 Prozent, dem schwächsten Wert seit Ende 2024, nach über fünf Prozent zu Jahresbeginn.
- —Mieten (Angebotsmieten): Die Angebotsmieten bewegten sich im September seitwärts. Im dritten Quartal liegen sie knapp vier Prozent über dem Vorjahr und stiegen damit weiterhin deutlich stärker als die Kaufpreise, wobei sich der Anstieg über den Sommer spürbar abflachte.














