Anlässlich der Fachmesse EXPO REAL in München hat die Berlin Hyp ihr drittes Trendbarometer für 2026 vorgelegt. An der Erhebung beteiligten sich mehr als 600 Fachleute aus der Immobilienwirtschaft. Die Resultate spiegeln ein differenziertes Stimmungsbild für die kommenden zwölf Monate wider: 35 Prozent der Befragten stufen die künftige Marktentwicklung als offen ein und nehmen eine abwartende Haltung ein, während 32 Prozent von einem eher schwachen Verlauf ausgehen. Demgegenüber rechnen 25 Prozent insgesamt mit einer positiven Entwicklung und vier Prozent mit einer deutlichen Erholung. Weitere vier Prozent erwarten eine spürbare Verschlechterung.
Nach Einschätzung der Marktteilnehmer sprechen die Befunde weniger für einen breiten Aufschwung als für einen selektiven Markt. Investitionschancen konzentrieren sich vor allem auf Objekte, deren Lage, Nutzungsart, bauliche Qualität und Ertragsstabilität auch bei anhaltenden Unsicherheiten bezüglich Finanzierung und Preisentwicklung überzeugen. Im europäischen Vergleich behauptet Deutschland dabei ein klares Profil: 26 Prozent der Befragten sehen die größte Stärke des Standorts bei risikoarmen, langfristig ausgerichteten Core-Investments.
Rund 25 Prozent halten den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt zwar für grundsätzlich stark, attestieren ihm jedoch eine geringere Dynamik als anderen europäischen Ländern. Weitere 21 Prozent erkennen gegenwärtig außerhalb Deutschlands attraktivere Gelegenheiten. Neun Prozent zählen die Bundesrepublik weiterhin zu den führenden europäischen Märkten, während drei Prozent eine schwindende Wettbewerbsfähigkeit konstatieren.
Sascha Klaus, Mitglied des Vorstands der LBBW und Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp, ordnete die Ergebnisse dahingehend ein, dass die Branchenstimmung weder von Aufbruch noch von Resignation geprägt sei. Investoren analysierten Standorte und Projekttragfähigkeiten heute wesentlich genauer. Zudem rückten Immobilien und Infrastruktur enger zusammen, da eine verlässliche Energie- und Digitalversorgung für die Zukunftsfähigkeit eines Standorts ebenso entscheidend sein könne wie die bauliche Qualität des Objekts selbst.
Finanzierungspotenziale und regulatorische Rahmenbedingungen
Unter dem EXPO-REAL-Leitthema „InfrastructureNow“ untersuchte das Barometer erstmals auch investierbare Infrastruktur als erweitertes Finanzierungsfeld. Bei den Perspektiven für die kommenden drei Jahre maßen die Experten vor allem digitalen und energetischen Projekten hohes Potenzial bei:
- —27 Prozent der Antworten entfielen auf Rechenzentren, Glasfaser und sonstige digitale Infrastrukturprojekte.
- —22 Prozent sahen maßgebliche Potenziale im Bereich der erneuerbaren Energien sowie bei Energiespeichern.
- —18 Prozent nannten Stromnetze, Wärme- und Wasserstoffnetze, gefolgt von zwölf Prozent für Ladeinfrastruktur und emissionsärmere Mobilität.
- —Verkehrsinfrastruktur erreichte zehn Prozent, soziale Infrastruktur sieben Prozent und Kreislauf- sowie Abwasserwirtschaft vier Prozent.
Bei der Finanzierbarkeit solcher Vorhaben treten jedoch spürbare Hürden hervor. Regulatorische und politische Rahmenbedingungen wurden mit 21 Prozent der Antworten als gewichtigster Einflussfaktor identifiziert. Bau-, Fertigstellungs- und Kostenrisiken folgen mit 17 Prozent, die Attraktivität und Planbarkeit der Cashflows mit 16 Prozent. Bonitätsfragen der Partner gewichteten 13 Prozent als ausschlaggebend, während Eigenkapitalanforderungen und Kapitalmarktbedingungen jeweils zehn Prozent erreichten. Öffentliche Garantien machten sieben Prozent aus, während Nachhaltigkeitskriterien gemäß EU-Taxonomie sowie Genehmigungsrisiken mit jeweils drei Prozent abschlossen.














