Die Kosten für Baufinanzierungen in Deutschland haben sich signifikant erhöht. Aktuell liegen die Zinsen für eine zehnjährige Baufinanzierung bei etwa 4,5 Prozent; bei längeren Laufzeiten tendieren die Sätze gegen fünf Prozent. Diese Entwicklung erschwert den Zugang zu Wohneigentum erheblich, insbesondere für Familien und Haushalte mit mittleren Einkommen.
Henrik Fork-Weigel, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes e. V. (BSB), konstatiert, dass angesichts der aktuellen Dynamiken an den Finanzmärkten keine rasche Entspannung der Zinslage zu erwarten ist. Dies verschärfe die ohnehin herausfordernde Finanzierungssituation. Der Anstieg der Bauzinsen sei dabei nicht allein auf die Geldpolitik zurückzuführen; Anleiherenditen, Inflationsraten und geopolitische Unsicherheiten trügen ebenfalls dazu bei.
Bedarf an Förderprogrammen und Entlastungen
Für private Bauherren und Käufer sind laut Fork-Weigel verlässliche und effektive Förderprogramme sowie eine Entlastung bei den hohen Kaufnebenkosten unerlässlich. Die bestehenden Förderinstrumente seien wichtig und müssten für die kommenden Jahre gesichert sowie für selbstnutzende Bauherren und Käufer attraktiver gestaltet werden. Dies gelte insbesondere für die Schaffung eines spürbaren Zinsvorteils im Vergleich zu Marktdarlehen.
Fork-Weigel betont, dass die aktuellen Förderungen nur einen Teil der Problematik adressierten. Viele Haushalte scheiterten nicht an der monatlichen Darlehensrate, sondern bereits am fehlenden Eigenkapital für Kaufnebenkosten und den benötigten Finanzierungsanteil. An diesem Punkt müsse die Förderung zusätzlich ansetzen. Die anstehende Neuordnung der KfW-Förderwelt biete eine Gelegenheit, diese Anpassungen umzusetzen.
Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen
Der Bauherren-Schutzbund formuliert konkrete Forderungen, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern:
- —Sicherung und Verbesserung zinsgünstiger Kreditprogramme zur Schaffung von Planungssicherheit.
- —Abbau der Eigenkapitalhürde durch zielgenaue, eigenkapitalersetzende Maßnahmen.
- —Dringende Senkung der Kaufnebenkosten, etwa durch eine Reform der Grunderwerbsteuer mit Freibeträgen für den erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums.
Nach Ansicht von Fork-Weigel darf die Förderung nicht allein auf Kredite reduziert werden, um Wohneigentum für die Mitte der Gesellschaft zu erhalten. Es bedürfe eines Zusammenspiels aus effektiver Zinsförderung, Eigenkapitalhilfe und reduzierten Nebenkosten.













