Die Wiener Stadtentwicklungskommission hat am 13. Oktober das städtebauliche Leitbild für das Areal rund um die Erdbergstraße beschlossen. Das Planungsgebiet erstreckt sich über den Bereich zwischen Franzosengraben, Baumgasse und Nottendorfer Gasse direkt an und unter der Südosttangente. Ziel des Verfahrens ist eine städtebauliche Neuordnung des Gewerbe- und Bürostandorts, an dem tausende Beschäftigte tätig sind.
Hochhausentwicklung an der bestehenden Park-and-Ride-Anlage
Ein zentraler Baustein des Konzepts betrifft das Grundstück der bestehenden Park & Ride-Anlage an der Tangente. Bei weitgehendem Erhalt des Bestandsgebäudes soll die Anlage durch die Bauträgerin ARWAG um ein Hochhaus ergänzt werden. Die Planungen sehen zudem einen öffentlich zugänglichen Dachpark mit einer Fläche von 5.000 Quadratmetern vor, was der Größe von 25 Tennisfeldern entspricht.
Für die architektonische und funktionale Ausgestaltung des Hochhausprojekts ist für das Jahr 2027 ein Architekturwettbewerb angesetzt. Im Anschluss daran soll das formelle Widmungsverfahren eingeleitet werden. Bis zur vollständigen Realisierung der Maßnahmen wird nach Angaben der Stadt Wien ein mehrjähriger Planungs- und Umsetzungsprozess erwartet.
Transformation des Tangentenunterraums und Bürgerbeteiligung
Die zweite Gestaltungsebene umfasst die Liegenschaften der ASFINAG unterhalb der Tangente. Dort befindet sich gegenwärtig noch der Busbahnhof, dessen Betrieb künftig an den Handelskai verlegt wird. Die freiwerdenden Flächen sollen für Sport-, Spiel- und Erholungsangebote sowie Gastronomie und konsumfreie Aufenthaltszonen genutzt werden. Planungsstadträtin Ulli Sima hob hervor, dass das Leitbild die Grundlagen für hochwertige Wegeverbindungen und dringend benötigte Freiräume schaffe, die den spezifischen Anforderungen der Beschäftigten vor Ort entsprechen.
Die städtebaulichen Leitlinien basieren auf Machbarkeitsprüfungen von Fachplanern seit Sommer 2025 sowie einer vorgeschalteten Online-Befragung im September und Oktober 2025. Fast 800 Arbeitnehmer, Liegenschaftseigentümer und Anwohner aus dem Umfeld beteiligten sich an der Erhebung. Die Ergebnisse der Befragung flossen direkt in die Ausarbeitung der Pläne ein, die der Öffentlichkeit außerdem im Rahmen einer Informationsausstellung präsentiert werden.
- —Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschten sich Möglichkeiten für Pausen im Freien.
- —Erheblicher Bedarf an zusätzlichen Grünräumen und einem gesteigerten Sicherheitsgefühl im Quartier.
- —Forderung nach höherer Aufenthaltsqualität und zusätzlichen Nahversorgungs- sowie Dienstleistungsangeboten.













