Der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm hat am 22. Oktober dem Verkauf des AQUAtoll-Areals an die PL ImmoInvest GmbH zugestimmt. Die Liegenschaft wird zu einem symbolischen Betrag an das Unternehmen von Investor Piyer Lahdo übertragen. Der notarielle Kaufvertrag soll in Kürze beurkundet werden. Ziel der Transaktion ist die Reaktivierung des seit dem Jahr 2022 geschlossenen Erlebnisbads sowie die städtebauliche Neuausrichtung des Geländes.
Die vertraglichen Vereinbarungen sehen vor, dass die Sanierung der Bestandsbauten vollständig durch den Investor und ohne finanzielle Zuschüsse der Kommune erfolgt. Die Grundstruktur des Freizeitbads bleibt dabei weitgehend erhalten, während die technischen Anlagen einer umfassenden Erneuerung unterzogen und die Räumlichkeiten optisch aufgewertet werden. Das benachbarte Sportbad verbleibt hingegen dauerhaft im Eigentum der Stadt Neckarsulm.
Hotelneubau als wirtschaftliche Kernkomponente
Einen zentralen Baustein des Gesamtkonzepts bildet ein Neubau im südlichen Bereich des Areals. Auf dieser Fläche plant Piyer Lahdo die Errichtung eines Hotels mit rund 90 Zimmern sowie einem Veranstaltungsraum für rund 500 Personen. Die Erschließung des Komplexes soll über den bestehenden Reisachmühlweg erfolgen. Die Realisierung des Beherbergungsbetriebs ist vom Zeitplan der Badsanierung entkoppelt.
Im Vorfeld des Beschlusses wurden die ursprünglichen Planungen modifiziert. Ein zeitweise erwogenes Automuseum wurde verworfen, während die Hotelkapazitäten von ehemals 45 auf die nun projektierten 90 Einheiten verdoppelt wurden. Der Einstieg in das Vorhaben erfolgte Anfang des Jahres über einen Letter of Intent, gefolgt von einer ersten Konzeptvorstellung im Februar und einer fundierten Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Investors.
Planungsrechtliche Umsetzung und Verfahren
Da das geltende Baurecht die vorgesehene Hotelnutzung an diesem Standort nicht gestattet, hat der Gemeinderat die Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Sulmtalpark (Aquatoll)“ beschlossen. Parallel dazu sind Anpassungen des Flächennutzungsplans erforderlich. Der Regionalverband Heilbronn-Franken stellte diesbezüglich bereits eine raumordnerische Neubetrachtung in Aussicht.
Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig hob die intensiven Verhandlungen hervor, durch die städtische Interessen und rechtliche Rahmenbedingungen gesichert worden seien. Auf Seiten der Projektbeteiligten begleiteten Amtsleiter Manuel Heer, Architekt Ulrich Bechler sowie der frühere Bürgermeister Klaus Grabbe den Prozess. Ein präziser Termin für die Wiedereröffnung des Freizeitbads steht aufgrund der anstehenden Sanierungsschritte bislang nicht fest.














