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Marktanalyse··3 min

Stabilität und Wandel: Aktuelle Einschätzungen zum Light-Industrial-Immobilienmarkt

Experten bewerten den Light-Industrial-Immobilienmarkt als robust und widerstandsfähig, wobei eine breite Nutzerbasis und strukturelle Trends die Nachfrage stützen.

KI-generiertStabilität und Wandel: Aktuelle Einschätzungen zum Light-Industrial-Immobilienmarkt – KI-generiertes Symbolbild
Stabilität und Wandel: Aktuelle Einschätzungen zum Light-Industrial-Immobilienmarkt. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Die aktuelle Entwicklung des Light-Industrial-Immobilienmarktes wurde im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am 21. September 2026 von führenden Branchenexperten beleuchtet. Die Teilnehmer betonten übereinstimmend die Resilienz dieses Segments, selbst in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld. Die breite Nutzerbasis, die von Produktion und Handwerk über E-Commerce bis hin zu urbaner Logistik und sogar Indoor-Sportanlagen reicht, wurde als entscheidender Faktor für die stabile Nachfrage und die Widerstandsfähigkeit gegenüber branchenspezifischen Schwächen hervorgehoben.

Sarina Schekahn, Head of Industrial & Logistics Leasing bei CBRE, konstatierte die Robustheit des Segments und verwies auf die vielfältige Nutzung, die das Light Industrial widerstandsfähiger gegenüber ökonomischen Schwankungen mache. Sie identifizierte das fehlende Angebot an modernen, geeigneten Flächen als die größte Herausforderung. Besonders in urbanen Lagen konkurriere Gewerbe zunehmend mit Wohnraum, Rechenzentren und anderen Nutzungsarten. Schekahn betonte die Notwendigkeit, Gewerbeflächen strategischer zu sichern, um wirtschaftliche Resilienz und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Alexander Fieback, Bereichsleiter Büro- und Gewerbeimmobilien bei bulwiengesa, merkte an, dass der Light-Industrial-Investmentmarkt wieder anziehe und sich stabiler zeige als viele andere Immobilienklassen. Der Rückgang sei primär konjunkturell und weniger strukturell bedingt. Gewerbeparks erwiesen sich dabei als wesentlicher Stabilitätsanker. Die Belebung des Investmentmarktes sei jedoch selektiver als in früheren Boomjahren, wobei Investoren großen Wert auf Lage, Objektqualität, Mieterstruktur und Drittverwendungsfähigkeit legten. Gewerbeparks könnten hier durch Risikostreuung und Portfoliostabilität punkten. Fieback hob hervor, dass die Grenzen zwischen Produktion, Lager, Büro und Forschung zunehmend verschwimmen, was eine Stärke von Light Industrial sei, da Gewerbeparks flexibel neue Anforderungen, wie Testflächen oder Robotik, aufnehmen könnten.

Zentrale Treiber und zukünftige Anforderungen

Daniel Busch, Chief Operating Officer bei CTP Invest Germany, berichtete von einer deutlichen Belebung der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte. Er beobachtete, dass Unternehmen teilweise größere Flächen sicherten, als sie aktuell benötigten, um zukünftigem Wachstum Rechnung zu tragen und am Standort flexibel zu bleiben. Die Verfügbarkeit von Strom sei zu einem entscheidenden Standortvorteil avanciert. Bei der Entwicklung von Brownfields werde heute genau analysiert, welche Anschlusskapazitäten vorhanden seien und wie Photovoltaik, Speicher und weitere Lösungen zu einem intelligenten Energieökosystem für die Nutzer verbunden werden könnten. Busch betonte, dass Light Industrial kein kurzfristiger Entwicklungs-Case sei; Brownfields in urbanen Lagen erforderten Kapital, Planung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu funktionierenden Gewerbeparks, wofür er stabile Perspektiven für die nächsten zehn bis 20 Jahre sehe.

Michael Kapler, Vorstand BEOS AG und Head Portfolio Management Swiss Life Asset Managers in Deutschland, ergänzte, dass die Nachfrage nach Light-Industrial-Flächen heute aus wesentlich mehr Branchen komme als noch vor einigen Jahren, darunter Life Sciences, Defense, Robotik sowie neue Freizeit- und Sportkonzepte. Diese breite Nutzerbasis stärke das Segment gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Kapler prognostizierte, dass sich der Wertbeitrag einer Immobilie künftig nicht mehr allein am laufenden Betrieb messen lassen werde, sondern die gesamte Ökobilanz, einschließlich der im Bestand gebundenen Ressourcen und Energie, entscheidend sei. Im Gegensatz zu vielen anderen Segmenten könnten Eigentümer bei Light-Industrial-Immobilien durch aktives Asset Management noch unmittelbar Wert schaffen, was die Assetklasse für institutionelle Investoren besonders interessant mache.

Aktives Management als Erfolgsfaktor

Dr. Karim Rochdi, Gründer & Managing Partner von AVENTOS, bestätigte die Resilienz von Light Industrial. Er führte aus, dass die Vermietungsmärkte weiterhin funktionierten und der Transaktionsmarkt trotz Rückgängen grundsätzlich funktionsfähig bleibe, da die breite Nutzerstruktur für Abnehmer auch in einem schwierigen Marktumfeld sorge. Er wies darauf hin, dass bei hohen Strombedarfen Vorlaufzeiten von mehreren Jahren zu beachten seien, weshalb Immobilien mit entsprechenden Anschlusskapazitäten einen erheblichen Wettbewerbsvorteil besäßen, insbesondere für stromintensive Nutzer. Rochdi beschrieb Light Industrial als eine arbeitsintensive Assetklasse, in der Erfolg durch intensive Beschäftigung mit den einzelnen Objekten, Verständnis für Nutzerbedürfnisse und die Entwicklung passender Produkte erzielt werde. Dies mache aktives Asset Management gerade in einem anspruchsvolleren Markt zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

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