Der internationale Private-Debt-Markt zeigt im zweiten Halbjahr 2026 weiterhin eine stabile und tendenziell positive Entwicklung. Dies geht aus dem BF.Private Debt Market Sentiment Index hervor, der einen Wert von 59,7 Punkten erreichte. Dieser Wert liegt oberhalb der neutralen Marke von 50 Punkten und bestätigt das Niveau des ersten Halbjahres, in dem 60,1 Punkte gemessen wurden. Der sogenannte Expectation Gap deutet einen vorsichtig positiven Ausblick für die kommende Periode an.
Die Analyse offenbart eine kontinuierliche Verbesserung der Finanzierungskonditionen aus Sicht der Kreditgeber. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den leicht kreditnehmerfreundlichen Tendenzen, die im ersten Halbjahr des Jahres zu beobachten waren. Die befragten General Partner antizipieren, dass sich diese Tendenz in den folgenden sechs Monaten fortsetzen wird. Gleichzeitig bleiben die Leverage-Niveaus in den Segmenten Corporate Direct Lending, Real Estate Debt und Infrastructure Debt mehrheitlich in einem moderaten Bereich, was ein attraktives Risiko-Rendite-Profil für die Kapitalgeber generiert.
Robuste Kapitaleinwerbung und stabile Kreditqualität
Die Kapitaleinwerbung, auch bekannt als Fundraising, bleibt eine wesentliche Stütze der positiven Marktstimmung, wenngleich sich die Dynamik gegenüber der ersten Erhebung leicht abgeschwächt hat. Das Gesamtumfeld wird dennoch als konstruktiv bewertet. Ein wachsender Anteil der Befragten berichtet von stabilen Fundraising-Bedingungen, während signifikante Verschlechterungen die Ausnahme bilden. Auch die Kapitalzusagen institutioneller Investoren erweisen sich als resilient, wenn auch auf einem etwas geringeren Niveau als zuvor. So verzeichneten 59 Prozent der Befragten im abgelaufenen Halbjahr steigende Commitments der Limited Partner, nach 64 Prozent im ersten Halbjahr. Für die kommenden sechs Monate erwarten 62 Prozent der Teilnehmer weiter zunehmende Kapitalzusagen. Insbesondere die Aufstockung bestehender Investments fungiert als Stabilitätsanker.
- —Im Corporate Direct Lending berichten etwa 87 Prozent der Teilnehmer von Re-up-Quoten über 40 Prozent.
- —Im Real Estate Debt liegt dieser Wert bei 80 Prozent.
- —Im Bereich Infrastructure beträgt er 78 Prozent.
Die Kreditqualität der Portfolios erweist sich trotz anhaltender makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten als weitgehend stabil. Bei 75 Prozent der Befragten, im Vergleich zu 85 Prozent im ersten Halbjahr, blieben die Quoten für notleidende oder leistungsgestörte Kredite in den letzten sechs Monaten unverändert. Signifikante Verschlechterungen werden lediglich vereinzelt genannt. Für die kommende Halbjahresperiode erwartet eine klare Mehrheit stabile Ausfallraten, obgleich der Anteil der Befragten, die mit einem deutlichen Anstieg rechnen, von 1,6 auf 6,6 Prozent gestiegen ist. Stressfaktoren in den Portfolios manifestieren sich weiterhin primär in spezifischen Branchen und Nutzungsarten, und weniger aufgrund struktureller Finanzierungsprobleme.
Transaktionsgeschehen und Wachstumsimpulse
Das Sonderthema der aktuellen Ausgabe beleuchtete die Entwicklung der Transaktionsziele im Private-Debt-Markt. Eugenio Sangermano, Geschäftsführer der BF.capital, stellte fest, dass Akquisitionsfinanzierungen segmentübergreifend eine zentrale Rolle behalten. Finanzierungslösungen zur Unterstützung von Wachstum, Expansion und strategischer Kapitalallokation gewinnen zudem an Bedeutung. Restrukturierungs- oder Distressed-Situationen blieben indes die Ausnahme. Prof. Dr. Michael Flad von der Hochschule Esslingen, welcher als wissenschaftlicher Berater des BF.Private Debt Market Compass fungiert, ergänzte, dass die Nachfrage nach Private-Debt-Finanzierungen weiterhin vornehmlich von unternehmerischem Wachstum und Investitionsaktivitäten angetrieben wird und nicht von zunehmendem finanziellem Stress auf Kreditnehmerseite.














