Die SIM Gruppe, spezialisiert auf Investment- und Managementdienstleistungen für Wohnimmobilien in Deutschland, hat das Investment- und Asset Management für ein Portfolio von 1.249 Wohneinheiten übernommen. Diese Bestände gehören den insolventen Immobiliengesellschaften BEVO DE Alpha 2a GmbH und BEVO DE Alpha 2b GmbH. Die Objekte befinden sich primär in Halle (Saale) sowie der umliegenden Region.
Ein privater Investor hat die SIM Gruppe mandatiert und gewährleistet zunächst die Finanzierung der laufenden Bewirtschaftung. Dieses Mandat reiht sich in die wachsende Expertise der SIM Gruppe im Bereich notleidender Immobilienkredite und -bestände, sogenannte Non-Performing Loans (NPLs) beziehungsweise Non-Performing Assets (NPAs), ein. Das Unternehmen unterstützt in diesem Kontext Investoren, Banken und Insolvenzverwalter bei der operativen Stabilisierung und strategischen Neuausrichtung solcher Portfolios.
Operative Stabilisierung im Fokus
Die BEVO DE Alpha 2a GmbH und die BEVO DE Alpha 2b GmbH sind Teil der insolventen DEGAG-Gruppe. Die Insolvenzanträge wurden im März 2025 gestellt, die Verfahren im September 2026 vom Amtsgericht Hameln eröffnet. Dr. Rainer Eckert von ECKERT Rechtsanwälte wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Die Übernahme der Steuerung durch die SIM Gruppe erfolgt in einer Situation, die durch einen erheblichen Instandhaltungsbedarf und eine über längere Zeit eingeschränkte Bewirtschaftung gekennzeichnet ist.
Die initialen Maßnahmen konzentrieren sich auf die Sicherstellung der Grundversorgung der Liegenschaften mit Wasser, Strom und Wärme sowie auf die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Parallel dazu werden die Immobilien systematisch begangen, um den baulichen Zustand, vorhandene Mängel und die aktuelle Vermietungssituation präzise zu erfassen. Die Reorganisation von Hausmeister-, Reinigungs- und Grünpflegediensten ist ebenfalls vorgesehen, um eine verlässliche Dienstleistungsstruktur wiederherzustellen. Notwendige Instandhaltungsmaßnahmen werden nach Dringlichkeit priorisiert und schrittweise im Rahmen der verfügbaren finanziellen Mittel umgesetzt.
Strategisches Vorgehen bei komplexen Portfolios
Benjamin Spieler, Geschäftsführer der SIM Gruppe, betont, dass bei notleidenden Beständen eine bloße Neuanordnung von Zahlen oder Verträgen nicht ausreichend sei. Er hebt hervor, dass die operative Realität vor Ort entscheidend ist: die Sicherstellung von Versorgung und Verkehrssicherheit, die Priorisierung von Schadensbehebungen, die Ergänzung fehlender Dienstleister sowie die Identifikation von Wohneinheiten, die mit vertretbarem Aufwand wieder vermietbar sind. Diese operative Arbeit bilde die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. Er erklärt, dass in solchen Beständen schnell Klarheit darüber geschaffen werden müsse, wo finanzielle Mittel eingesetzt werden sollten und welche Maßnahmen den größten Effekt erzielen. Dies führe zu einem Maßnahmenplan, der technisch notwendig, finanzierbar und lokal umsetzbar ist.
Der NPL-Bereich der SIM Gruppe fokussiert sich auf Wohnungsportfolios, die durch Leerstand, Sanierungsstau, schwache Bewirtschaftungsstrukturen oder einen generellen wirtschaftlichen Restrukturierungsbedarf gekennzeichnet sind. Neben der Stabilisierung einzelner Immobilien ist die Gruppe auch auf die Übernahme größerer, regional verteilter Portfolios ausgerichtet. Herr Spieler umschreibt ein NPL-Mandat als komplexer als ein übliches Verwaltungsmandat unter erschwerten Bedingungen, da häufig verlässliche Daten, Dienstleister oder finanzielle Spielräume fehlten. Die primäre Aufgabe sei es, einen steuerbaren Bestand zu schaffen und dem Auftraggeber eine belastbare Basis für die zukünftige Strategie zu liefern.














