Die deutsche Bauwirtschaft, insbesondere im Segment des Geschosswohnungsbaus, verzeichnet eine eklatante Unterauslastung bei der Anwendung serieller und modularer Vorfertigungsmethoden. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass lediglich neun Prozent der Neubauten in diesem Bereich diese effizienten Bauweisen nutzen. Diese Erkenntnis wird vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) anlässlich der 148. Bauministerkonferenz (BMK) kommuniziert.
Die Bauministerkonferenz, welche am 10. und 11. September in Berlin stattfindet, bildet den Rahmen für eine dringende Forderung des HDH an die Bundesländer. Der Verband appelliert an die politischen Entscheidungsträger, die Potenziale der seriellen und modularen Bauweise, insbesondere unter Verwendung von Holz, stärker zu berücksichtigen und zu fördern. Eine substanzielle Steigerung dieser Baupraktiken wird als unerlässlich für die Beschleunigung des Wohnungsbaus in Deutschland angesehen.
Potenziale und Herausforderungen im Wohnungsbau
Die geringe Adaptionsrate von neun Prozent im Geschosswohnungsbau steht im Kontrast zu den bekannten Vorteilen der Vorfertigung, welche unter anderem kürzere Bauzeiten, eine höhere Präzision und verbesserte Kosteneffizienz umfassen. Der HDH argumentiert, dass eine verstärkte Nutzung dieser Methoden nicht nur zur schnelleren Bereitstellung von Wohnraum beitragen, sondern auch qualitative Standards sichern und den Fachkräftemangel auf den Baustellen abmildern könnte. Dies ist besonders relevant vor dem Hintergrund der aktuellen wohnungspolitischen Zielsetzungen und dem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.
Die Bundesländer sind aufgefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Einsatz von vorgefertigten Bauteilen erleichtern und somit die Bauprozesse optimieren. Dies schließt die Anpassung von Bauordnungen und die Bereitstellung von Förderinstrumenten ein, um die Investition in industrielle Fertigungskapazitäten und innovative Baulösungen attraktiver zu gestalten. Der HDH betont hierbei explizit die Rolle des Baustoffs Holz als nachhaltige und leistungsfähige Alternative in der seriellen Bauweise.
Forderungen an die Bauministerkonferenz
Die Forderungen des HDH zielen darauf ab, die Bauproduktion zu industrialisieren und damit die Effizienz im Wohnungsbau signifikant zu steigern. Die bisherige Praxis, bei der lediglich ein geringer Anteil der Geschosswohnungen auf vorproduzierte Elemente setzt, wird als Hemmnis für eine zukunftsfähige Baupolitik betrachtet. Eine Umstellung oder zumindest eine deutliche Erweiterung der Baupraktiken erscheint daher als notwendig, um den Herausforderungen des deutschen Wohnungsmarktes adäquat begegnen zu können.
- —Lediglich 9% der Neubauten im Geschosswohnungsbau nutzen serielle/modulare Vorfertigung.
- —Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) fordert eine stärkere Förderung dieser Bauweisen.
- —Die Bauministerkonferenz (BMK) am 10. und 11. September ist der Adressat dieser Forderung.
- —Ziel ist eine Beschleunigung und Effizienzsteigerung im deutschen Wohnungsbau.













