Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft zeigt erste Anzeichen einer Erholung, wenngleich ein breiter Aufschwung weiterhin auf sich warten lässt. In der aktuellen Sentiment-Umfrage 2026, die RUECKERCONSULT im Auftrag von HIH Invest und der Ypsilon Group durchgeführt hat, kletterte der Stimmungsindex von -0,41 im Vorjahr auf nun -0,14 Punkte. Für die kommenden sechs bis zwölf Monate prognostizieren die befragten Branchenexperten mit einem Wert von 0,14 lediglich eine verhaltene Besserung. Auf Sicht von fünf Jahren fällt die Zuversicht mit einem Indexwert von 0,98 nach zuvor 0,88 Zählern jedoch spürbar robuster aus.
Das Stimmungsbild innerhalb der verschiedenen Marktsegmente divergiert deutlich. Während Property- und Facility-Manager ihre aktuelle Geschäftslage mit einem Sprung von 0,75 auf 2,00 Punkte ausgesprochen positiv beurteilen, rangieren Projektentwickler mit einem Wert von -0,76 am Ende der Skala. Auch die Bereiche Finanzierung und Transaktionen verharren überwiegend im negativen Terrain. Als einzige Akteursgruppe schätzen institutionelle Investoren und Family Offices die Rahmenbedingungen noch ungünstiger ein als im vergangenen Jahr.
Alexander Eggert, Geschäftsführer der HIH Invest, erklärt, dass das Marktgeschehen gegenwärtig von selektiven Opportunitäten getrieben werde und eine flächendeckende Belebung noch fehle. Investitionen müssten sich vor dem Hintergrund stabiler Zinsen tragen. Ulrich Creydt, Geschäftsführer der Ypsilon Group, ergänzt, dass die Zurückhaltung bei Finanzierungen und Transaktionen belege, dass die Normalisierung der Rahmenbedingungen schrittweise verlaufe und Zeit beanspruche.
Büromärkte bleiben durch Nachfrageschwäche belastet
Besonders ausgeprägt zeigt sich die Skepsis im Bürosegment. Insgesamt 70 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer sinkenden oder stark sinkenden Flächennachfrage, lediglich sechs Prozent erwarten Zuwächse. Parallel dazu gehen 65 Prozent von einer rückläufigen Investorennachfrage aus — ein deutlicher Anstieg gegenüber den 42 Prozent des Vorjahres. Bei den Kaufpreisen erwarten 73 Prozent der Akteure weitere Abschläge. Felix Meyen, Geschäftsführer der HIH Invest, verweist darauf, dass vor allem ältere Bestände in peripheren Lagen unter Druck stünden, während sich Investitionschancen primär auf moderne, ESG-konforme Flächen in den A-Städten konzentrieren.
Hohe Nutzernachfrage stützt das Wohnsegment
Im deutlichen Kontrast dazu steht der Wohnungssektor, in dem 86 Prozent der Befragten eine steigende oder stark steigende Mieternachfrage verzeichnen. Folgerichtig prognostizieren 93 Prozent der Marktexperten weiter anziehende Mieten, meist in einer Größenordnung von rund fünf Prozent. Auf dem Investmentmarkt agieren die Käufer gleichwohl selektiver als in den Jahren zuvor, was sich in einer differenzierten Preis- und Nachfrageerwartung widerspiegelt.
- —48 Prozent der Befragten erwarten eine anziehende Investorennachfrage nach Wohnbeständen, nach 67 Prozent im Vorjahr.
- —Der Anteil der Marktteilnehmer mit Erwartung einer konstanten Nachfrage stieg von 20 auf 32 Prozent.
- —Bei den Kaufpreisen für Mehrfamilien- und Zinshäuser gehen 48 Prozent von Zuwächsen und 39 Prozent von einer Stagnation aus.














