Internationale Kapitalgeber bestimmen maßgeblich das Marktgeschehen bei europäischen Fachmarktzentren. Nach Erhebungen des Immobiliendienstleisters Savills ermöglichen diese Akteure zunehmend großvolumige Transaktionen sowie den vollständigen Ankauf umfangreicher Portfolios. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 entfielen 52 Prozent des gesamten Investitionsvolumens auf grenzüberschreitende Käufer. Dieser Wert übertrifft den Fünfjahresdurchschnitt von rund 41 Prozent spürbar.
Wie Karsten Nemecek, Deputy CEO bei Savills in Deutschland, ausführt, zeichnet sich eine deutliche Verschiebung der Kapitalherkunft ab. Etwa die Hälfte des ausländischen Volumens stammte im Erfassungszeitraum von nordamerikanischen Investoren, die damit den stärksten Kapitalzufluss bildeten. Europäische Anleger trugen hingegen unterdurchschnittlich zum grenzüberschreitenden Geschäft bei. Zugleich gewannen Adressen aus dem Nahen Osten und Israel an Gewicht; sie vereinten rund ein Fünftel der internationalen Mittel auf sich.
Robuste Renditen und wachsendes Transaktionsvolumen
Das anhaltende Investoreninteresse an Fachmarktzentren und ergänzenden Lagerflächen gründet auf einem vorteilhaften Risiko-Rendite-Profil. Morgan Stanley Capital International wies für das Segment im Jahr 2025 eine Gesamtrendite von 7,4 Prozent aus. Die durchschnittliche europäische Spitzenrendite gab im dritten Quartal 2026 leicht von 5,73 Prozent auf 5,72 Prozent nach. Dieser Rückgang war primär auf Anpassungen im schwedischen Stockholm zurückzuführen, während sich die Renditeniveaus in den übrigen von Savills untersuchten Märkten stabil präsentierten. Fachmärkte bildeten die einzige gewerbliche Assetklasse, die sowohl im Quartalsvergleich mit minus einem Basispunkt als auch im Jahresvergleich mit minus fünf Basispunkten eine Renditekompression verzeichnete.
Im dritten Quartal 2026 überstieg das Transaktionsvolumen im europäischen Fachmarktbereich die Marke von 2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 91 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Parallel vollzieht sich eine geografische Diversifizierung des investierten Kapitals: Entfielen 2021 noch 80 Prozent der Fachmarktinvestitionen auf etablierte europäische Kernmärkte, sank dieser Anteil in den ersten neun Monaten 2026 auf 48 Prozent. Regionen in Mittel-, Ost- und Südeuropa bauten ihre gemeinsame Quote im gleichen Zeitraum hingegen von 14 auf 46 Prozent aus.
Nahversorgung als Fundament stabiler Erträge
Die wirtschaftliche Begründung für Engagements in europäischen Fachmärkten stützt sich nach Einschätzung von Savills vor allem auf die verlässliche Ertragsbasis von Lebensmittelnahversorgern und Discountern. Eine preisbewusste Konsumentenhaltung stärkt den Flächenbedarf dieser Mietergruppen nachhaltig. Begünstigt wird die Expansion durch im Marktvergleich moderate Nutzungskosten. Für Investoren steigert dies den Wert etablierter Bestandsobjekte mit bonitätsstarken Mietern und eröffnet zugleich gezielte Potenziale zur operativen Wertsteigerung.














