Der digitale Infrastrukturanbieter Equinix baut seine Rechenzentrumskapazitäten für hochverdichtete Rechnerarchitekturen aus und startet das globale Netzwerk der Equinix Enhanced Performance Innovation Centers (EPIC). Frankfurt am Main gehört neben London, Paris, Osaka und Sydney zu den ersten Standorten weltweit, an denen die neuen Umgebungen ab sofort bereitstehen. Eine Erweiterung um zusätzliche Standorte plant das Unternehmen für das Jahr 2027.
Wachsende Leistungsdichten erfordern moderne Kühlkonzepte
Mit dem Übergang von KI-Anwendungen aus Testphasen in den regulären Betrieb steigen die Anforderungen an Kühlung, Stromversorgung und Vernetzung innerhalb der Rechenzentren erheblich. Hochperformante GPU-Plattformen bewirken deutlich höhere Rack-Dichten, wodurch klassische Luftkühlungen an Grenzen stoßen und Flüssigkühlung zur Grundvoraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb wird. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, moderne KI-Infrastrukturen zügig zu implementieren, verfügen jedoch bislang nicht über die erforderliche Praxiserfahrung für den komplexen Betrieb flüssigkeitsgekühlter Hochleistungsrechner.
An dieser Schnittstelle setzen die EPIC-Standorte an. Sie sind unmittelbar in den laufenden Rechenzentrumsbetrieb von Equinix integriert. Unternehmen erhalten dort die Möglichkeit, moderne CPU- und GPU-Systeme mit Flüssigkühlung gemeinsam mit Hardware- und Technologiepartnern unter realen Produktionsbedingungen zu testen. Auf diese Weise lassen sich technische sowie betriebliche Hürden im Vorfeld identifizieren, was Risiken bei der Skalierung vom Konzept zur Serienreife verringert.
Validierung unter realen Produktionsbedingungen
Brian Stein, Senior Vice President Infrastructure Products and Services bei Equinix, betont, dass Flüssigkühlung für moderne Unternehmensinfrastrukturen und den praktischen Einsatz von KI unverzichtbar sei. Über die neuen Zentren könnten Firmen ihre Lösungen vor umfangreichen Rollouts im Zusammenspiel mit dem bestehenden Technologie-Ökosystem validieren. Das Konzept stützt sich dabei auf mehrere funktionale Säulen:
- —Kooperation mit Technologiepartnern und Geräteherstellern zur Abstimmung kombinierter Kühllösungen unter Praxisbedingungen
- —Aufbau von Praxiserfahrung zur Ermittlung passender technischer Umgebungen vor der finalen Implementierung
- —Durchführung sämtlicher Tests direkt in aktiven Rechenzentren unter realen Betriebsbedingungen
Die Initiative knüpft an vorangegangene Entwicklungsschritte des Betreibers an. Bereits 2022 etablierte Equinix die erste Co-Innovation Facility zur Erprobung neuer Technologien, gefolgt von den Solution Validation Centers im Jahr 2024. Nach Angaben von Matthieu Blumberg, SVP bei dem Technologieunternehmen Criteo, bildete die praxisnahe Testumgebung von Equinix die Grundlage dafür, Flüssigkühlung schrittweise und verlässlich in eine standortübergreifende KI-Infrastruktur zu integrieren.














