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Marktanalyse··3 min

PropTech-Sektor verzeichnet Umsatzwachstum und optimistisches Neugeschäft

Eine aktuelle Studie zeigt eine wachsende Umsatzbasis im PropTech-Sektor und deutet auf eine Reduzierung von Kundenblockaden hin, während 90 Prozent der Unternehmen mehr Neugeschäft erwarten.

KI-generiertPropTech-Sektor verzeichnet Umsatzwachstum und optimistisches Neugeschäft – KI-generiertes Symbolbild
PropTech-Sektor verzeichnet Umsatzwachstum und optimistisches Neugeschäft. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Die jüngst veröffentlichte PropTech Germany Studie 2026 zeichnet ein Bild eines dynamischen Sektors, dessen Umsatzbasis sich kontinuierlich erweitert. Mehr als ein Drittel der 192 befragten Unternehmen, und 44 Prozent der etablierteren PropTechs, erzielten im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von über einer Million Euro. Parallel dazu nehmen die wahrgenommenen Hindernisse auf Kundenseite im Vergleich zum Vorjahr ab, was auf eine sich allmählich lösende Zurückhaltung hindeutet.

Obwohl die Hürden im PropTech-Sektor über die Phasen der Geschäftsmodellentwicklung, des Verkaufs und der Implementierung hinweg seit 2021 gestiegen sind, haben sich zentrale Widerstände auf Kundenseite reduziert. Die Studienautoren registrieren eine Abnahme des fehlenden Digitalisierungsdrucks in der Branche, eine erhöhte Risikobereitschaft etablierter Unternehmen sowie eine verbesserte Priorisierung digitaler Projekte. Diese Entwicklung wird durch drei voneinander unabhängige Fragen bestätigt. Zugleich steigt die Einschätzung der Auftragslage nach einem Tiefpunkt im Jahr 2025 wieder an, was der früheren Prognose der Studie entspricht. Für die Jahre 2026 und 2027 prognostizieren 90 Prozent der PropTechs ein vermehrtes Neugeschäft, wobei mehr als die Hälfte davon einen signifikanten Anstieg erwartet.

Herausforderungen und Investmentverhalten

Die größten Herausforderungen für PropTechs verbleiben im organisatorischen Bereich. Entscheidungsstrukturen auf Kundenseite führen mit durchschnittlich 3,7 von 5 Punkten die Liste an. Das fehlende Budget hat sich seit 2021 als stärkstgewachsene Hürde erwiesen. Technische Hindernisse, wie eine mangelhafte IT-Infrastruktur, spielen hingegen in allen drei Phasen eine untergeordnete Rolle.

Sarah Maria Schlesinger, CEO und Managing Partner der blackprint Gruppe sowie Autorin der Studie, kommentiert die Ergebnisse und betont, dass die Lösungen marktreif sind und die Anbieter eine wachsende Umsatzbasis aufweisen. Der Druck zur Digitalisierung sei in der Branche angekommen. Der Erfolg hänge nun primär von der Entscheidungsfähigkeit der Kundenseite ab. Hinsichtlich des Finanzierungsumfelds bleibt die Investmentbereitschaft von Wachstumskapitalgebern bei 57 Prozent der befragten PropTechs unverändert – der höchste Stillstandswert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2022. Ein Fundraising-Prozess dauert durchschnittlich acht Monate. Bemerkenswert ist, dass 40 Prozent der Unternehmen seit ihrer Gründung ohne externes Kapital gewachsen sind. Das Potenzial für einen Exit als Finanzierungsargument hat seit 2022 an Bedeutung verloren, während Marktpotenzial, Geschäftsmodell und Team weiterhin maßgeblich sind.

ESG und Zielgruppenentwicklung

Trotz des Wegfalls der Berichtspflicht für die Mehrheit der Unternehmen im Rahmen des EU-Omnibus-Pakets bleibt die Nachfrage nach ESG-Lösungen bestehen. PropTechs nennen seltener gesetzliche Regulatorik (48 Prozent, minus 11 Prozentpunkte) und häufiger veränderte Kundenanforderungen (26 Prozent, plus 10 Prozentpunkte) als Treiber. Vorgaben für Immobilienbewertungen und das Management von ESG-Risiken bei Banken tragen ebenfalls zu den Nachhaltigkeitsanforderungen bei. Anbieter mit Umweltfokus berichten besonders häufig von steigenden Auftragsvolumina (70 Prozent gegenüber 18 Prozent bei Anbietern ohne ESG-Bezug). Inhaltlich verschiebt sich der Fokus von Zertifizierungsthemen zu messbaren Kennzahlen, wobei Transparenz die höchste Zunahme verzeichnet.

Die öffentliche Hand etabliert sich zunehmend als wichtiger Nachfrager für PropTech-Lösungen. Drei Viertel der PropTechs adressieren mindestens einen Bestandshalter. Mit 44 Prozent werden öffentliche Bestandshalter und mit 39 Prozent Kommunen, Länder und Behörden als Zielgruppen genannt. Damit ist die öffentliche Hand nach den privatwirtschaftlichen Bestandshaltern die am stärksten adressierte Akteursgruppe am Markt. Die direkte Ansprache von Immobiliennutzern bleibt hingegen ein untergeordnetes Segment; nur 16 Prozent der PropTechs sehen diese als direkte Zielgruppe, obwohl 44 Prozent Mieterzufriedenheit als Nutzen ihrer Lösungen angeben. Geschäftsmodelle, die den Endnutzer über Unternehmenskunden erreichen, sind seit 2023 von 25 auf 11 Prozent gesunken. Die Bausteuerung und Bauausführende werden vergleichsweise selten adressiert, von 11 respektive 13 Prozent der Anbieter.

Frau Schlesinger fasst die Situation zusammen, indem sie hervorhebt, dass der Veränderungsdruck auf die Branche nunmehr von außen kommt und nicht mehr verhandelbar ist. Nachhaltigkeit beeinflusse seit diesem Jahr die Bewertung und Kreditvergabe, Künstliche Intelligenz verändere die Kostenstruktur ganzer Prozessketten, und der Fachkräftemangel sei ohne Technologie nicht mehr zu bewältigen. Die Lösungen hierfür seien im Markt verfügbar durch PropTech-Anbieter mit tragfähiger Umsatzbasis. Die entscheidenden Faktoren liegen laut Schlesinger auf Kundenseite: ein Projekt mit Priorität, eine verantwortliche Person und ein dafür vorgesehenes Budget. Daran werde sich 2027 entscheiden, wer von der Transformation profitiert und wer dafür einen hohen Preis zahlen muss.

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