Proprium Capital Partners, ein mehrheitlich zu L&G gehörendes Unternehmen, und Garbe Insite haben ein programmatisches Joint Venture etabliert. Die Partnerschaft zielt auf den Aufbau eines Portfolios im Segment des Urbanen Gewerbes ab, mit einem geplanten Investitionsvolumen von 500 Millionen Euro. Dieses Portfolio soll Revitalisierungsprojekte und ausgewählte Neubauvorhaben an urbanen Standorten in Deutschland sowie in ausgewählten europäischen Märkten umfassen.
Die erste Akquisition des Joint Ventures, abgeschlossen am 29. September 2026, betrifft ein 16.700 Quadratmeter großes Grundstück. Dieses befindet sich in zentraler Lage im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Für dieses Projekt ist eine Gesamtinvestition von etwa 75 Millionen Euro vorgesehen. Bemerkenswert ist, dass bereits vor dem geplanten Baubeginn rund 70 Prozent der Flächen vorvermietet sind, basierend auf einem langfristigen Mietvertrag mit einem etablierten Münchner Technologieunternehmen.
Proprium bringt den Großteil des Eigenkapitals sowie seine Expertise in den Bereichen Investment und Transaktion in das Joint Venture ein. Garbe Insite übernimmt indes ein umfassendes Leistungsspektrum, welches die Projektentwicklung und das Asset Management des zu etablierenden Portfolios beinhaltet. Das Grundstück wurde von der tk accelis GmbH erworben, einer Gesellschaft des Industrie- und Technologiekonzerns thyssenkrupp.
Strategische Ausrichtung und Projektplanung
Die Partner verfolgen eine Strategie, die auf die strukturelle Knappheit urbaner Gewerbeflächen und die steigende Nachfrage aus verschiedenen Sektoren reagiert. Philipp Westermann, Managing Partner von Proprium, äußerte, dass urbane Gewerbeflächen in zentralen Lagen begrenzt seien, während die Nachfrage von Handwerk, leichter Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Last-Mile-Logistik zunehme. Das Joint Venture diene dazu, eine eigene Plattform zu schaffen, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Das Münchner Projekt stelle mit seiner hohen Vorvermietungsquote einen idealen Start dar.
Martin Czaja, Geschäftsführer von Garbe Insite, betonte die Intention, Gewerbebetriebe in die Städte zurückzuführen. Er führte aus, dass produzierende Unternehmen durch die aktuelle Situation am Büromarkt wieder Zugang zu innerstädtischen Flächen erhalten. Das Ziel sei es, zukunftsorientierte Immobilienlösungen für Mieter aus Gewerbe, Tech und Science zu entwickeln und gleichzeitig institutionellen Investoren den Zugang zum Light-Industrial-Immobilienmarkt zu eröffnen.
Die auf dem Grundstück befindlichen älteren Büro- und Lagergebäude werden abgerissen, fachgerecht recycelt und durch ein modernes Gewerbeobjekt mit einer Gesamtfläche von rund 13.500 Quadratmetern ersetzt. Dieses Objekt ist für vielfältige Nutzungen konzipiert, darunter Produktion, Lager, Forschungs- und Entwicklungslabore, Büros sowie Sozialräume. Die Konzeption sieht einen hohen Ausbaustandard und besondere Sicherheitsvorkehrungen vor. Eine DGNB-Zertifizierung in Gold wird angestrebt.
- —Das geplante Gebäude ist als hybrides Objekt konzipiert, das verschiedene Nutzungen ermöglicht.
- —Die Flächen sind flexibel in kleinere Einheiten teilbar.
- —Die Immobilie ist attraktiv für lokale Münchner Unternehmen sowie Mieter aus Logistik, E-Commerce, Light Industrial und Science & Tech.
- —Der Standort in Bogenhausen ist hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, mit fünf Gehminuten zur S-Bahn-Station Berg am Laim und sechs Minuten zur Tramhaltestelle Riedenburger Straße.
Alle Projektentwicklungen von Garbe werden nach aktuellen ESG-Kriterien realisiert. Für das neue Objekt sind Luftwärmepumpen zur Wärmeversorgung vorgesehen, wodurch fossile Brennstoffe entfallen. Zusätzlich sind Photovoltaikanlagen auf den Dächern geplant. Nach dem Abriss der Bestandsgebäude und der Baufeldfreimachung soll der Baubeginn im vierten Quartal 2027 erfolgen. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 projektiert.














