PATRIZIA, ein Investmentmanager im Bereich globaler Real Assets, beabsichtigt, eine Milliarde Britische Pfund (GBP) für die Entwicklung von Wohnraum im Vereinigten Königreich zu investieren. Diese Initiative baut auf den bestehenden Immobilieninvestitionen des Unternehmens im britischen Markt sowie auf langjährigen Kooperationen mit institutionellen Anlegern auf. Die Ankündigung erfolgte im Anschluss an ein Treffen zwischen Asoka Wöhrmann, CEO der PATRIZIA SE, und Premierminister Andy Burnham in der Britischen Botschaft in Berlin.
Der Investmentmanager plant, seine Aktivitäten im Wohnungsbau auf wachstumsstarke Städte und Regionen im Vereinigten Königreich auszudehnen. Dies soll in Zusammenarbeit mit Kommunen und lokalen Partnern geschehen, um Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren, die den jeweiligen örtlichen Prioritäten entsprechen. Das angestrebte Investitionsvolumen ermöglicht den Bau von voraussichtlich 4.000 Wohneinheiten für rund 10.000 Bewohner.
Der Investitionsansatz zielt darauf ab, von den Kommunen identifizierte Wohnbauprojekte mit langfristigem Kapital zu versehen, wobei eine Beteiligung britischer Pensionskassen in Betracht gezogen wird. Die Kommunen können hierbei lokale Wohnbauprioritäten festlegen und Mittel bereitstellen. Kommunale Pensionsfonds hätten die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Anlagestrategien in diese Projekte zu investieren, wobei jede Investition einer individuellen Bewertung und Entscheidung durch die jeweilige Pensionskasse unterliegt.
Strategische Ausweitung und bisherige Erfolge
Asoka Wöhrmann betonte, dass das Treffen mit dem Premierminister die Gelegenheit bot, die Unterstützung der Wohnungsbauziele des Vereinigten Königreichs durch europäische Investitionen zu erörtern. PATRIZIA sei bereits im britischen Wohnungssektor aktiv und beabsichtige, dieses Engagement weiter auszubauen. Durch die Kooperation mit Kommunen und lokalen Partnern könne langfristiges Kapital gezielt eingesetzt und die Präsenz im Wohnungsbau landesweit verstärkt werden.
Diese Pläne knüpfen an die bereits bestehenden Investitionen von PATRIZIA im Vereinigten Königreich an. In London investiert das Unternehmen über ein Joint Venture mit einem lokalen Immobilienentwickler mehr als 100 Millionen Britische Pfund in alternative Wohnformen und bezahlbaren Wohnraum. Für das erste Projekt dieses Joint Ventures, „Walworth Corners“ in Elephant and Castle, wurde die Baufinanzierung bereits gesichert und ein Bauunternehmen beauftragt. Auf dem vormals ungenutzten Gelände entstehen neue Wohnungen, Studentenunterkünfte sowie Gemeinschafts- und öffentliche Räumlichkeiten.
PATRIZIA verfügt ferner über Erfahrung bei der Realisierung von bezahlbarem Wohnraum in anderen europäischen Regionen. Im Rahmen der unternehmenseigenen Impact-Investmentstrategie wurden in Irland 929 Wohneinheiten übergeben und in Spanien die ersten von insgesamt 960 bezahlbaren Mietwohnungen fertiggestellt. Bis zum zweiten Quartal 2026 hat PATRIZIA 324 Millionen Euro Eigenkapital für 18 Projekte für bezahlbaren Wohnraum in Spanien, Irland, Großbritannien und Belgien gesichert. Diese Aktivitäten sind Teil der „European Living“-Plattform von PATRIZIA mit einem Gesamtvolumen von 17,5 Milliarden Euro.
Regionale Perspektiven und Kooperationen
Bürgermeister Sadiq Khan äußerte sich positiv zu den Expansionsplänen von PATRIZIA in London, welche er als Vertrauensbeweis in die Stadt interpretiert. Die Investition in Elephant and Castle trage bereits zur Bereitstellung von benötigtem Wohnraum bei. Steve Rotheram, Bürgermeister der Liverpool City Region, hob die ambitionierten Wohnungsbauziele seiner Region und die vorhandenen Investitionsmöglichkeiten hervor. Er bekräftigte, dass die direkte Zusammenarbeit von PATRIZIA mit Bürgermeistern und Kommunalverwaltungen als vielversprechend empfunden werde, um das Potenzial der Region in konkrete Baumaßnahmen umzusetzen.
Richard Parker, Bürgermeister der West Midlands, betonte die Priorität der Bewältigung der Wohnungskrise. Er verwies auf die Notwendigkeit starker, vertrauensvoller Partnerschaften mit privaten Bauträgern. Parker führte an, dass PATRIZIA durch bestehende Investitionen in Edgbaston und der Birminghamer Innenstadt Engagement für die Region gezeigt habe und die Ambition, dieses Kooperationsmodell auf ganz Großbritannien auszudehnen, vorbildlich sei. Er unterstrich die Relevanz der Zusammenarbeit regionaler Entscheidungsträger, der nationalen Regierung und langfristiger privater Investoren zur Schaffung der erforderlichen Sicherheit für substanzielles Wachstum und die Bereitstellung von sicherem, bezahlbarem Wohnraum.














