Die sechste Ausgabe des von pro m² erhobenen Office Reports 2026 analysiert das Zusammenspiel von moderner Arbeitsorganisation und betrieblichem Flächenbedarf. Die Erhebung stützt sich auf einen im Vergleich zum Vorjahr erweiterten Datenbestand von 164 Organisationen mit insgesamt rund 225.300 Beschäftigten, 186.000 Arbeitsplätzen sowie 5,48 Millionen Quadratmetern Bürofläche. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die konkrete Umsetzung moderner Arbeitswelten sowie deren Auswirkung auf Flächenverbrauch, Kollaboration und Leistungsfähigkeit.
Zur quantitativen Bewertung nutzt die Analyse den sogenannten New Work Score, der Kriterien wie tätigkeitsbasiertes Arbeiten, Desk Sharing, mobile Arbeit sowie die Akzeptanz durch Führungskräfte und Teams erfasst. Der Durchschnittswert der untersuchten Betriebe liegt bei 45 Prozent innerhalb einer Spanne von fünf bis 90 Prozent. Dabei zeigt sich eine deutliche Korrelation zum Raumbedarf: Organisationen mit einem hohen Indexwert beanspruchen durchschnittlich 13,2 Quadratmeter je Mitarbeiter, während Unternehmen mit geringem Score 36,6 Quadratmeter verzeichnen. Jonas Kubon, geschäftsführender Gesellschafter von pro m², verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht allein Homeoffice-Regelungen maßgeblich seien, sondern das harmonisierte Zusammenspiel von Raumstruktur, Kultur und Prozessen.
Präsenzmuster und Arbeitsplatzbelegung im Detail
Im arithmetischen Mittel sind die vorhandenen Arbeitsplätze derzeit zu 62 Prozent belegt. An Spitzentagen steigt die Auslastung auf bis zu 78 Prozent, während an frequenzschwachen Tagen Werte von 34 Prozent registriert werden. Beschäftigte arbeiten im Schnitt 2,4 Tage pro Woche mobil. Bei 54 Prozent der befragten Organisationen blieb das Präsenzniveau in den vergangenen zwei Jahren unverändert, was verdeutlicht, dass eine flächendeckende Rückkehr in alte Bürostrukturen nicht zu beobachten ist.
- —Durchschnittlicher Flächenbedarf: 18,3 Quadratmeter je Mitarbeitendem
- —Spitzenreiter im Report: Die zehn sparsamsten Organisationen nutzen im Schnitt 7,35 Quadratmeter je Beschäftigtem
- —Potenzialbewertung: 48 Prozent der befragten Unternehmen identifizieren interne Spielräume zur weiteren Flächenreduktion
Jan Oelze, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter von pro m², hebt hervor, dass Durchschnittswerte für fundierte Liegenschaftsentscheidungen unzureichend seien. Maßgeblich seien vielmehr die konkreten Nutzungsspitzen sowie die zeitliche Verteilung des tatsächlichen Bedarfs, um Investitionen zielgerichtet an Wertschöpfungsbereichen auszurichten.
Strategische Relevanz für den deutschen Büromarkt
Auf Bundesebene errechnet der Bericht ein rechnerisches Optimierungspotenzial von 194 Millionen Quadratmetern Bürofläche, die potenziell freigesetzt oder einer alternativen Nutzung zugeführt werden könnten. Frei werdende Mittel bieten Unternehmen die Möglichkeit, verbleibende Areale qualitativ aufzuwerten und spezifischer auf konzentriertes Arbeiten sowie interpersonellen Austausch auszurichten. Eine zukunftsfähige Flächenbedarfsplanung erfordert folglich die ganzheitliche Synthese von Remote-Richtlinien, Sharing-Konzepten und realen Auslastungsmustern.














