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Marktanalyse··3 min

Nutzungswandel europäischer Gebäude erfordert Modernisierung des Bestands

Eine umfassende Analyse von Aufzugsdaten in 18 europäischen Städten belegt einen strukturellen Wandel in der Gebäudenutzung, der eine Anpassung des Bestands anstelle von Neubau in den Vordergrund rückt.

KI-generiertNutzungswandel europäischer Gebäude erfordert Modernisierung des Bestands – KI-generiertes Symbolbild
Nutzungswandel europäischer Gebäude erfordert Modernisierung des Bestands. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Eine detaillierte Untersuchung von annähernd zwei Milliarden Aufzugsfahrten in 18 europäischen Städten belegt einen signifikanten strukturellen Nutzungswandel innerhalb von Wohn- und Bürogebäuden. Diese Entwicklung verlagert den Fokus für Eigentümer, Verwalter und Betreiber von der Neuerrichtung von Immobilien hin zur Modernisierung des bestehenden Portfolios. Die Analyse, die auf einer breiten Datenbasis des Unternehmens KONE fußt, offenbart neue Anforderungen an die Infrastruktur und den Betrieb von Immobilien in urbanen Zentren.

Die erhobenen Daten zeigen, dass Wohngebäude zunehmend auch als Arbeitsorte dienen. In Brüssel beispielsweise übersteigt die Aufzugsnutzung in Wohnhäusern zur Mittagszeit die Spitzenwerte der Pendlerströme. 40 Prozent der werktäglichen Fahrten finden dort zwischen 10 und 16 Uhr statt, was die veränderte Funktion des privaten Wohnraums als Arbeitsumfeld unterstreicht. Parallel dazu manifestiert sich in Bürogebäuden eine Ausweitung der Nutzungszeiten über den regulären Arbeitstag hinaus. In London erfolgen 17 Prozent der Aufzugsfahrten in Büros außerhalb der üblichen Geschäftszeiten, was den höchsten Wert innerhalb Europas darstellt und eine längere Aktivität der Gebäude signalisiert.

Darüber hinaus ist eine erhebliche Schwankung der Auslastung im Jahresverlauf feststellbar. Mailand verzeichnet im August einen Rückgang der Aufzugsnutzung auf lediglich 47 Prozent eines Normalmonats, was die Frage nach der Effizienz des Betriebs von teilentleerten Gebäuden hinsichtlich Wartung, Heizung und Kühlung aufwirft. Angesichts der Prognose, dass bis 2050 bis zu 95 Prozent des heutigen Gebäudebestands weiterhin in Nutzung sein werden, liegt der Schwerpunkt der Branche auf der Anpassung und nicht primär auf dem Neubau.

Nutzungsprofile in deutschen Metropolen

Der beobachtete Wandel vollzieht sich in Deutschland mit unterschiedlicher Intensität und spezifischen Konsequenzen für den Gebäudebetrieb. Drei im Datensatz vertretene deutsche Großstädte illustrieren diese Diversität. Frankfurt am Main zeigt eine außergewöhnlich gleichmäßige Auslastung über das Jahr hinweg, mit den geringsten saisonalen Schwankungen aller analysierten Städte. Die Differenz zwischen dem aktivsten und ruhigsten Monat beträgt weniger als die Hälfte des europäischen Durchschnitts. Dies ermöglicht eine verlässliche Planung der Grundlast für Eigentümer und Verwalter, insbesondere im Hinblick auf Wartungsintervalle, Energieverbrauch und Personalressourcen.

In Hamburg wird die Gebäudeinfrastruktur deutlich über die klassischen Bürozeiten hinaus beansprucht. Die Aufzugsnutzung am Samstagabend übertrifft das durchschnittliche nächtliche Aktivitätsniveau der Stadt um 21 Prozent und liegt sogar über dem Freitagsniveau, welches europaweit meist die Spitze markiert. Dies deutet auf eine kombinierte Wohn- und Ausgehnutzung am Wochenende hin, die über eine reine Werktagsauslegung der Anlagen hinausgeht. München fungiert als Referenzfall, da die Stadt den europäischen Durchschnitt am präzisesten abbildet. Sie stellt somit einen repräsentativen Aktivitätsrhythmus des Kontinents dar und dient Bestandshaltern mit europaweiten Portfolios als wichtige Vergleichsgröße zur Einordnung von Beanspruchung und Modernisierungsbedarf.

Implikationen für den Gebäudebetrieb

Die Analyse macht deutlich, dass Gebäude, die ursprünglich für andere Nutzungszwecke konzipiert wurden, nun neuen Anforderungen unterliegen. Die Notwendigkeit der Anpassung des Bestands ist unverkennbar, um Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit auch in Zukunft zu gewährleisten. Frau Karla Lindahl, EVP für Europa bei KONE, betonte, dass die Daten die vielfältigen Nutzungsarten von Gebäuden in europäischen Städten aufzeigen, welche auf eine bestehende Infrastruktur angewiesen sind, die größtenteils auch 2050 noch in Betrieb sein wird. Die Anpassung an veränderte Gewohnheiten sei hier entscheidend. Technologische Fortschritte ermöglichen dabei eine effiziente Modernisierung; ausgewählte Modernisierungspakete für Aufzugsanlagen lassen sich beispielsweise innerhalb einer Woche installieren, wodurch Ausfallzeiten für Mieter und Eigentümer minimiert werden können. Dies unterstützt die Aufrechterhaltung des Aktivitätsrhythmus in urbanen Umfeldern und trägt dazu bei, dass Städte auch in Zukunft funktionieren.

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