Die NORD PROJECT, ein Projektentwickler, hat insgesamt 69 öffentlich geförderte Neubau-Wohnungen in Lüneburg an die WohnRaum Niedersachsen veräußert. Diese Transaktion erfolgte im Rahmen eines Forward Deals für die Einheiten, die auf dem südlichen Teil des Exerzierplatzes errichtet werden. Die landeseigene Gesellschaft wird die Immobilie nach der geplanten Fertigstellung, die für Mitte 2028 vorgesehen ist, übernehmen. Die Bekanntgabe des Erwerbs erfolgte anlässlich der Immobilienmesse Expo Real in München.
Die Wohnungen umfassen eine Gesamtfläche von 4.461 Quadratmetern. Nach Fertigstellung werden etwa ein Drittel der Haushalte, die ein geringes Einkommen aufweisen, eine Miete von 6,90 Euro pro Quadratmeter und Monat entrichten. Die verbleibenden rund zwei Drittel der Haushalte mit mittlerem Einkommen zahlen 8,40 Euro pro Quadratmeter und Monat. Diese Mietpreise liegen etwa 40 bis 50 Prozent unter den üblichen Werten des frei finanzierten Wohnungsbaus.
Stärkung der Präsenz und Kooperationen
Michael Molz, Geschäftsführer der WohnRaum Niedersachsen, hob hervor, dass der Ankauf dieser Wohneinheiten die Präsenz der Gesellschaft in Niedersachsen stärkt und das kaufvertraglich gebundene Portfolio auf neun Einzelprojekte an acht Standorten im Land erweitert. Dies füge sich konform in die langfristige Wachstumsstrategie ein. Leon Friege, Projektleiter bei WohnRaum Niedersachsen, betonte die Relevanz von Vertrauen und strukturierter Zusammenarbeit bei solchen Projektankäufen. NORD PROJECT, die NBank als Finanzierungspartner und WohnRaum Niedersachsen leisten damit einen substanziellen Beitrag zur Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums in Lüneburg.
Die Stadt Lüneburg strebt gemäß ihrem Wohnraumversorgungskonzept an, zwischen 2021 und 2040 rund 3.500 neue Wohnungen zu schaffen. Der geförderte Wohnungsbau von NORD PROJECT erfolgt auf freiwilliger Basis. Lüneburgs Stadtbaurätin Maja Lucht bezeichnete das Projekt an der Ecke Adolph-Kolping-Straße / Horst-Nickel-Straße im Hanseviertel als beispielhaft. Dort entstehen 69 mietpreisgebundene Wohnungen in einem Umfeld mit vielfältigen Wohn- und Eigentumsformen, was einen lebenswerten Stadtteil fördert. Frau Lucht bekräftigte die weitere Unterstützung von Projekten, die das Angebot an bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum in Lüneburg erhöhen.
Projektmerkmale und Finanzierung
Jürgen Paul, Geschäftsführer von NORD PROJECT, wies auf die gestalterische Herausforderung der Entwicklung auf dem ehemaligen Gelände der Schlieffen-Kaserne hin, insbesondere im Hinblick auf die hochwertige Gestaltung des Eingangsbereichs zum Hanseviertel. Lars Pulvermacher, Projektleiter und Prokurist bei NORD PROJECT, bestätigte den Erfolg dieser Aufgabe durch die kürzlich erteilte Baugenehmigung. Die zügige Bearbeitung des Bauantrags durch die Stadt Lüneburg ermöglicht den zeitnahen Baubeginn. Neben den Wohneinheiten entstehen auch etwa 290 Quadratmeter gewerbliche Flächen, die im Eigenbestand verbleiben und zur Ergänzung der lokalen Nahversorgung beitragen sollen.
Das 4.420 Quadratmeter große Grundstück im Stadtteil Neu Hagen im Osten Lüneburgs gilt als attraktiv erschlossen. In unmittelbarer Umgebung befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsangebote, medizinische Einrichtungen, Kindertagesstätten und Restaurants. Das historische Stadtzentrum ist mittels ÖPNV ebenso gut erreichbar wie Bildungseinrichtungen und der Hauptbahnhof. Die günstigen Mieten werden durch die Finanzierung der NBank ermöglicht, die das Vorhaben von Beginn an unterstützt hat. Michael Kiesewetter, Vorstandsvorsitzender der NBank, betonte die Notwendigkeit des Zusammenspiels von Förderung, öffentlicher Hand und privaten Investoren, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Darlehensnehmerin ist die MMW Nord Lüneburg HN GmbH & Co. KG. NORD PROJECT investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in dieses Projekt. Eine Zusammenarbeit zwischen NBank und NORD PROJECT besteht bereits bei insgesamt elf geförderten Wohnungsbauprojekten. Seit 2019 beläuft sich die Gesamtinvestition in den geförderten Wohnungsbau Niedersachsens auf über 110 Millionen Euro.
Der Mieterschutz der Wohnungen ist langfristig gesichert. Mieterhöhungen sind innerhalb der mindestens 30-jährigen Bindungsfrist lediglich in den gesetzlich vorgegebenen Grenzen zulässig. Die Goldbeck-Gruppe startet als Generalunternehmer mit dem Bau, der im Energieeffizienz-Standard EH-40 ausgeführt wird. Dies bedeutet, dass die Immobilie nach Fertigstellung weniger als die Hälfte der Energie eines Standardhauses gemäß den gesetzlichen Vorgaben verbrauchen wird.














