Mit Wirkung zum 1. Januar 2027 wird die bislang geltende pauschale Befreiung von der Energieausweispflicht für Baudenkmäler aufgehoben. Diese Änderung, darauf weist Younes Frank Ehrhardt, Geschäftsführer von Haus & Grund Hessen, hin, führt dazu, dass denkmalgeschützte Gebäude künftig den gleichen Regelungen unterliegen wie andere Bestandsimmobilien. Eigentümer denkmalgeschützter Objekte sind somit bis Ende 2026 noch von der Vorlage eines Energieausweises bei Veräußerung, Vermietung oder Verpachtung ausgenommen.
Die Rechtsgrundlage für diese Neuregelung bildet die zum 1. Januar 2027 in Kraft tretende Änderung des Gebäudemodernisierungsgesetzes vom 23. Juli 2026, spezifisch Art. 2 Nr. 31 Buchst. c, BGBl. 2026 I Nr. 226, welche den § 79 Abs. 4 GModG neu fasst. Der bis Ende 2026 gültige § 79 Abs. 4 hatte Baudenkmäler noch explizit von wesentlichen Energieausweispflichten ausgenommen. Ab 2027 müssen Eigentümer bei Transaktionen wie Verkauf, Neuvermietung oder Verpachtung beziehungsweise dem Leasing einer denkmalgeschützten Immobilie einen gültigen Energieausweis vorweisen und diesen potenziellen Interessenten zugänglich machen.
Auswirkungen auf Eigentümer und Vermieter
Für Eigentümer von Baudenkmälern bedeutet dies eine Anpassung an die allgemeinen Marktstandards. Ein einmal ausgestellter Energieausweis behält seine Gültigkeit für eine Dauer von zehn Jahren. Verstöße gegen diese Pflichten können als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro belegt werden, gemäß § 108 Abs. 1 Nr. 18, 19 GModG. Younes Frank Ehrhardt erläutert, dass Vermieter von denkmalgeschützten Immobilien zukünftig verpflichtet sind, die Kennwerte des Energieausweises bereits in Immobilieninseraten anzugeben, um Bußgelder zu vermeiden.
Die Neuregelung berührt in Hessen eine beträchtliche Anzahl von Objekten, da dort schätzungsweise zwischen 50.000 und 60.000 Wohngebäude entweder direkt unter Denkmalschutz stehen oder Teil einer denkmalgeschützten Gesamtanlage sind. Diese Immobilien sind alle von der bevorstehenden Gesetzesänderung betroffen.
Bestandsschutz und energetische Anforderungen
Trotz der Einführung der Energieausweispflicht bleiben die besonderen Schutzmechanismen für Denkmäler bestehen. Herr Ehrhardt betont, dass die Änderung keine automatische Sanierungspflicht impliziert. Energetische Anforderungen können weiterhin zurücktreten, wenn ihre Erfüllung die geschützte Substanz oder das Erscheinungsbild der Immobilie beeinträchtigen oder einen unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand verursachen würde. Der Denkmalschutz verliert ab 2027 zwar seine pauschale Befreiung vom Energieausweis, behält jedoch seine Relevanz bei der Beurteilung, welche energetischen Maßnahmen an einem Baudenkmal tatsächlich umgesetzt werden können oder sinnvoll sind.














