Die Fachkräftesicherung stellt bundesweit, insbesondere in der Region Köln, eine signifikante Herausforderung dar, da in den Kernberufen der Metall- und Elektroindustrie ein Bedarf von über 110.000 Fachkräften besteht. Als Reaktion auf diese Situation und zur Gewährleistung der Qualifizierung von Nachwuchskräften wird in Köln-Porz, an der Kaiserstraße, ein neues Gebäude für das bestehende Berufskolleg für Metallbau und Versorgungstechnik errichtet.
Die Hemsö GmbH, ein auf Sozialimmobilien spezialisierter Investor und Eigentümer, realisiert dieses Projekt im Auftrag der Stadt Köln. Auf einem Grundstück von circa 25.000 Quadratmetern wird ein Bildungsstandort geschaffen, der Kapazitäten für etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler bieten soll. Die Investitionssumme für moderne Werkstätten, eine Sporthalle und Außenanlagen beläuft sich auf rund 130 Millionen Euro.
Das bestehende Berufskolleg ist sanierungsbedürftig und kann den aktuellen Anforderungen an die berufliche Bildung, welche durch Digitalisierung, Energiewende und neue Fertigungstechnologien grundlegend neu definiert werden, nur bedingt gerecht werden. Der Neubau auf einer zuvor brachliegenden Gewerbefläche soll durch moderne Lernräume und eine nachhaltige Bauweise diesen sich wandelnden Anforderungen begegnen. Energieeffiziente Technologien und eine geplante Photovoltaikanlage sind vorgesehen, um den Energieverbrauch des Gebäudes zu senken und Ressourcen zu schonen.
Kooperation und Projektstruktur
Hemsö erweitert mit diesem Bauvorhaben sein Portfolio an Bildungsimmobilien in Deutschland. Jens Nagel, Geschäftsführer der Hemsö GmbH, hebt hervor, dass angesichts steigender Anforderungen an Schulen und begrenzter öffentlicher Ressourcen langfristig angelegte Modelle für die Entwicklung von Bildungsimmobilien an Bedeutung gewinnen. Diese Modelle bieten Planungssicherheit für Kommunen und tragen dazu bei, die notwendige Bildungsinfrastruktur zügiger zu realisieren. Das neue Berufskolleg wird von Hemsö im Rahmen eines 25-jährigen Mietvertrages betrieben.
Die Realisierung des Neubaus ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der WWB Weser-Wohnbau Gruppe, der Goldbeck West GmbH, Drees & Sommer sowie Hemsö. Die WWB initiierte das Projekt und sicherte den Standort. Goldbeck trägt die Verantwortung für die Planung und die schlüsselfertige Errichtung. Die Übergabe an die Stadt Köln ist für das Schuljahr 2031/2032 terminiert.
- —**Projektinitiierung und Standort:** WWB Weser-Wohnbau Gruppe
- —**Planung und schlüsselfertige Errichtung:** Goldbeck West GmbH
- —**Projektsteuerung:** Drees & Sommer SE (im Auftrag von Hemsö)
- —**Investor, Eigentümer und Bestandhalter:** Hemsö GmbH
Bedeutung und Management der Projektkomplexität
Die Projektsteuerung für Hemsö übernimmt Drees & Sommer SE, ein auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisiertes Beratungsunternehmen, welches Termine, Kosten und Qualitätsanforderungen des Bauvorhabens sichert. Anja Könings, Teamleiterin bei Drees & Sommer, merkt an, dass die direkten Mandate der Stadt Köln dem Unternehmen bereits umfassende Kenntnisse der städtischen Bedarfe und Prozesse vermittelt haben. Die spezifische Konstellation der Akteure erfordert einen hohen Koordinationsaufwand und enge Abstimmungen, um das gemeinsame Ziel eines starken regionalen Bildungsangebots zu erreichen.
Das Berufskolleg in Köln-Porz ist Teil einer umfassenden Erneuerung der Kölner Bildungsinfrastruktur. Frau Könings ist seit 2018 an der Planung und Umsetzung von insgesamt 22 Schulbauprojekten in Köln beteiligt, wobei bis 2031 noch zehn weitere Schulen unter ihrer unmittelbaren Mitwirkung entstehen sollen. Sie betont, dass Bildungsimmobilien besonders anspruchsvolle Bauprojekte darstellen, da die Gebäude auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein müssen, die sich in einer prägenden Lebensphase befinden.
Metallbau und Versorgungstechnik zählen zu den wesentlichen Ausbildungsbereichen im Infrastrukturumfeld. Angesichts des Fachkräftemangels sowie des steigenden Bedarfs in den Bereichen Wohnungsbau, Gebäudesanierung und moderner Energieversorgung ist die Ausbildung ein zentraler Baustein zur Sicherung und Modernisierung Deutschlands. Ausgebildete Fachkräfte in der Versorgungstechnik installieren Wärmepumpen, Heizungsanlagen oder energieeffiziente Lüftungs- und Klimasysteme. Im Metallbau und in der Konstruktionsmechanik sind Fachkräfte für den Bau und die Instandhaltung von Maschinen verantwortlich. Der Neubau in Köln-Porz symbolisiert somit die erfolgreiche Entwicklung moderner Bildungsinfrastruktur durch die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand, langfristig orientierten Investoren und erfahrenen Projektpartnern.













