In Castrop-Rauxel entsteht an der Habinghorster Straße eine neue Feuer- und Rettungswache, die moderne Arbeits-, Ausbildungs- und Ruhebereiche mit optimierten Einsatzwegen verbinden soll. Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck setzt dieses Vorhaben gemeinsam mit der Stadt Castrop-Rauxel als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) um. Nach der Fertigstellung wird Goldbeck für einen Zeitraum von 25 Jahren zentrale Leistungen im Gebäudebetrieb übernehmen.
Die Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt und Goldbeck erfolgte am 9. September 2026. Der Baubeginn ist für den Herbst 2027 avisiert, die Fertigstellung wird für Sommer 2029 erwartet. Das Projekt beinhaltet neben der Planung und dem Bau auch den Betrieb durch Goldbeck, welcher Instandhaltung, Störungsmanagement und Energiemanagement umfasst. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es, die Anforderungen des späteren Gebäudebetriebs bereits in die Planungsphase einfließen zu lassen.
Optimierung der Infrastruktur und Einsatzbedingungen
Die bestehende Wache an der Frebergstraße, erbaut im Jahr 1954, bietet keine ausreichenden Flächen mehr für Fahrzeuge, Technik sowie Aus- und Fortbildung. Auch die aktuellen Anforderungen an Umkleiden, Sozialräume und die Trennung von belasteten und sauberen Bereichen werden dort nicht mehr erfüllt. Der Neubau trägt zudem zur Verbesserung der Erreichbarkeit des nördlichen Stadtgebiets von Castrop-Rauxel und der Autobahn 2 bei.
Bürgermeister Rajko Kravanja äußerte, dass sich die Aufgaben, technischen Anforderungen und Bedürfnisse der Einsatzkräfte in den letzten Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt hätten, weshalb eine bloße Behebung einzelner Defizite am bisherigen Standort nicht genüge. Stadtkämmerer Michael Eckhardt, der unter anderem für die Feuerwehr zuständig ist, ergänzte, dass der Neubau langfristig verlässliche Strukturen für die kommenden Jahrzehnte schaffe und Feuerwehr, Rettungsdienst sowie den Löschzug 3 Habinghorst an einem gemeinsamen Standort bündele.
Das Gebäude, mit einer Baugrundfläche von rund 16.000 Quadratmetern, ist funktional auf die Abläufe der Einsatzkräfte zugeschnitten. Durchfahrten im Erdgeschoss minimieren Wege zu den Fahrzeughallen und unterstützen ein zügiges Ausrücken. Ruhe- und Sozialbereiche, Terrassen und ein Speisesaal dienen der Erholung der Einsatzkräfte während der Schichten. Ergänzt wird die Ausstattung durch ein Feuerwehrgerätehaus, Verwaltungsräume, Flächen für Aus- und Fortbildung, feuerwehrspezifische Technik sowie einen Hubschrauberlandeplatz. Eine Schwarz-Weiß-Trennung stellt sicher, dass kontaminierte Ausrüstung von sauberen Bereichen getrennt bleibt.
Julia Tissen, Projektmanagerin bei Goldbeck Public Partner, führte aus, dass durch das Angebot von Planung, Bau und Betrieb aus einer Hand bereits in den frühen Phasen Entscheidungen für einen zuverlässigen Betrieb über viele Jahre getroffen werden können. Goldbeck realisiert das Gebäude in seiner systematisierten Bauweise, wobei wesentliche Bauelemente industriell vorgefertigt und auf der Baustelle montiert werden. Dies ermöglicht ein hohes Bautempo und Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Erfüllung spezifischer Anforderungen. Heiner Wendel, Leiter der Geschäftsstelle Gefahrenabwehr- und Infrastrukturgebäude der Goldbeck West GmbH, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und dem Rückgriff auf ein bewährtes Netzwerk regionaler Partner und Nachunternehmer, um die Wertschöpfung vor Ort zu halten.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Die Planung des Neubaus beinhaltet eine hohe Energieeffizienz. Das Gebäude wird im KfW-40-Standard realisiert, welcher den Primärenergiebedarf auf 40 Prozent des gesetzlichen Referenzgebäudes begrenzt. Eine Zertifizierung nach der Anforderungsstufe Plus des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude wird angestrebt. Das Energiekonzept wird durch Photovoltaikanlagen und begrünte Dachflächen ergänzt. Ein digitales Energiemanagementsystem überwacht im Betrieb die Verbräuche von Strom, Wärme, Wasser und Kälte, um Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
An der Planung sind neben Goldbeck die SSP AG aus Bochum sowie brandenfels landscape + environment aus Münster beteiligt. Vor dem eigentlichen Neubau werden bestehende Anlagen zurückgebaut und das Gelände entsprechend vorbereitet.














