Bundesbauministerin Verena Hubertz informierte sich bei Oberbürgermeister Dominik Krause in München über die Anwendung des „Bauturbos“ bei der Projektentwicklung des „FlaucherQuartiers“. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung stellte das Vorhaben gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) als konkretes Beispiel für die Beschleunigung von Bauverfahren vor. Das geplante Quartier liegt zwischen der Hans-Preißinger-Straße und der Schäftlarnstraße, in direkter Nähe zum Kulturzentrum Gasteig HP8.
Der Bauturbo, eine seit dem 30. Oktober 2025 geltende Sonderregelung im Baugesetzbuch (§ 246e BauGB), ermöglicht es Kommunen unter bestimmten Voraussetzungen, befristet von Vorgaben des Bauplanungsrechts abzuweichen. Dies dient der Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Wohnbauprojekte, insbesondere wenn diese den städtebaulichen Zielen der jeweiligen Stadt entsprechen. Die Landeshauptstadt München hat im ersten Halbjahr 2026 die Anwendung des Bauturbos für insgesamt rund 2.100 Wohnungen beschlossen, um deren zeitnahe Baugenehmigung zu gewährleisten.
Beschleunigung und Ziele der Wohnraumschaffung
Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, betonte, die entstehenden 210 bezahlbaren Wohnungen im FlaucherQuartier seien primär für Beschäftigte der Daseinsvorsorge vorgesehen. Durch den Bauturbo soll die Fertigstellung dieser Einheiten um etwa zwei Jahre beschleunigt werden. Oberbürgermeister Dominik Krause bezeichnete den Bauturbo als ein effektives Instrument zur Abkürzung aufwendiger Verfahren und zur schnelleren Realisierung von Wohnungsbauprojekten. Er hob hervor, dass München bereits intensiv von dieser Regelung Gebrauch mache und weitere Schritte zur Vereinfachung, Beschleunigung und Kostenreduktion des Bauens in Deutschland notwendig seien. Gleichzeitig müssten Aspekte des nachhaltigen Bauens und die langfristige Qualität der Bauvorhaben berücksichtigt werden, um der hohen Nachfrage nach bezahlbarem und zukunftsfähigem Wohnraum gerecht zu werden.
Professorin Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin, erläuterte, dass im FlaucherQuartier südlich des HP8 das Baurecht für über 200 Wohnungen, inklusive einer Krippe und eines Kindergartens, dank des Bauturbos rund zwei Jahre schneller geschaffen werden konnte als durch ein reguläres Bebauungsplanverfahren. Das FlaucherQuartier ist eines von aktuell 37 Bauturbo-Projekten in München, wodurch insgesamt 2.100 Wohneinheiten in der Umsetzungspipeline sind.
Projektdetails und nachhaltige Ausrichtung
Das Wohnungsbauprojekt der SWM wird neben den rund 210 Wohnungen, überwiegend für eigene Mitarbeitende, auch eine Kindertageseinrichtung umfassen. Das Areal südlich der Isarphilharmonie (HP8) wird einer Wohnnutzung zugeführt, wobei trotz der längerfristigen Zwischennutzung bereits im mittel- bis kurzfristig freiwerdenden südlichen Bereich der erste Wohnungsbau entstehen soll. Dr. Gabriele Jahn, Geschäftsführerin Personal, Immobilien und Bäder bei den SWM, hob den Zeitgewinn von zwei Jahren in der Baurechtschaffungsphase hervor. Sie betonte, dass der Bauturbo maßgeblich zur schnelleren und kostengünstigeren Realisierung von Bauvorhaben beitrage, was den SWM auch bei ihrem Ziel, 4.000 Werkswohnungen bis 2040 in München zu schaffen, unterstütze.
Der aktuelle Entwurf des FlaucherQuartiers sieht eine geschlossene Blockrandstruktur mit einem geschützten Innenhof vor, der weitgehend unterbaufrei bleibt, um hochwertige Grün- und Freiflächen zu gewährleisten. Das klimaorientierte Konzept wird durch Dachgärten, Photovoltaik und den Anschluss an die SWM Fernwärme ergänzt. Die Realisierung erfolgt in serieller, modularer Bauweise, was zur Kostensenkung, Qualitätssteigerung und Verkürzung der Bauzeit beitragen soll. Das Projekt demonstriert beispielhaft, wie zusätzliche Wohnungen auf einer bereits genutzten und ehemals stark versiegelten innerstädtischen Fläche entstehen können. Dabei werden Wohnungsbau, Denkmalumfeld, Kulturinterim und Freiraumqualität in einer abgestimmten Entwicklung zwischen Verwaltung, Politik und Bauherr zusammengeführt.














