Die Bereitstellung von Wohnraum entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Kriterium bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte, insbesondere bei Neueinstellungen aus dem Ausland. Auf einer Online-Pressekonferenz diskutierten Branchenexperten bestehende Modelle zur betrieblichen Wohnraumschaffung. An dem Austausch nahmen Dennis Rahneberg von der aczepta Sozialbetriebe GmbH, Ulrich Creydt von der Ypsilon Group, Klaus Busch von CoRE Solutions sowie Nora Gehlen von International Campus teil.
Für das Sozial- und Pflegeunternehmen aczepta ist Wohnraum inzwischen ein zentraler Baustein der Personalstrategie. Der Betrieb mit rund 500 Beschäftigten stellt gegenwärtig in 13 Wohnungen Unterkünfte für etwa 60 Angestellte zur Verfügung. Mittelfristig soll rund einem Viertel der Belegschaft ein Wohnangebot unterbreitet werden. Hierfür kombiniert das Unternehmen eigene Immobilien mit angemieteten Objekten und nutzt bei Neubauprojekten sowie im Bestand Potenziale zur Nachverdichtung und Umnutzung.
Wie Geschäftsführer Dennis Rahneberg erläuterte, sei eine gesicherte Wohnsituation die Grundvoraussetzung dafür, dass internationale Fachkräfte eine Tätigkeit in Deutschland aufnehmen. Neben bezahlbaren Mieten komme es auf passgenaue Wohnformen an – von Auszubildenden-Wohngemeinschaften bis zu Familienwohnungen. Im Pflegebereich seien zudem eine verlässliche Anbindung an den Nahverkehr während der Schichtzeiten sowie eine gezielte Begleitung zur Vermeidung sozialer Isolation erforderlich.
Steuerliche Rahmenbedingungen und strukturierte Finanzierungsmodelle
Ulrich Creydt von der Ypsilon Group skizzierte die steuerlichen Instrumente zur Unterstützung von Wohnungsbauinvestitionen. Durch das Zusammenspiel der degressiven Abschreibung von fünf Prozent jährlich mit Sonderabschreibungen für den Mietwohnungsneubau können Unternehmen in den ersten vier Jahren bis zu 40 Prozent der begünstigten Kosten abschreiben. Zudem bleibt eine vergünstigte Überlassung lohnsteuerfrei, sofern Angestellte mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts zahlen und dieser 25 Euro pro Quadratmeter vor Betriebskosten nicht überschreitet. Creydt sprach sich vor dem Hintergrund langer Planungszyklen für eine Verlängerung der Regelungen über 2029 hinaus aus.
Für Vorhaben ab einem Volumen von rund zehn Millionen Euro stellte Klaus Busch von CoRE Solutions bilanzschonende Immobilienleasing-Strukturen über separate Objektgesellschaften vor. Als Anwendungsbeispiel dient ein Projekt für das Münchener ISAR Klinikum: In einem Objekt werden Mitarbeiterapartments mit höherpreisigen Mietwohnungen kombiniert. Die Erträge aus der freien Vermietung refinanzieren dabei die günstigeren Konditionen für das Klinikpersonal.
Als Ergänzung zu dauerhaften Immobilienbeständen bieten möblierte Apartments auf Zeit kurzfristige Flexibilität. Nora Gehlen von International Campus verwies auf das Angebot HAVENS LIVING in Metropolen wie Berlin, Frankfurt und Hamburg, das Unternehmen zur Unterbringung von Projektteams oder zur Überbrückung der ersten Monate nach einem Stellenantritt nutzen können.














