Vor dem britischen Competition Appeal Tribunal hat die Verhandlung über eine großangelegte Sammelklage gegen das Immobilienportal Rightmove begonnen. Die Klagesumme beläuft sich auf £1,5 Milliarden und wird im Namen Tausender Immobilienmakler geltend gemacht. Die Kläger werfen dem marktbeherrschenden Portalbetreiber vor, seine führende Stellung im britischen Markt ausgenutzt und überhöhte sowie unfaire Gebühren für Inserate erhoben zu haben.
Gegenstand der aktuellen Anhörungen ist die formale Frage, ob die Klage als kollektives Verfahren zugelassen werden kann. Eine Bestätigung als Sammelklage würde es ermöglichen, die Ansprüche der betroffenen Maklerunternehmen gebündelt zu verhandeln, anstatt Tausende individuelle Prozesse führen zu müssen.
Vorwurf des Missbrauchs von Marktmacht
Im Kern argumentiert die Klägerseite, dass Rightmove seine dominante Position im digitalen Vermarktungssektor missbräuchlich eingesetzt habe. Viele Maklerunternehmen seien faktisch auf die Reichweite des Portals angewiesen gewesen und hätten daher kontinuierlich steigende Gebührenstrukturen hinnehmen müssen, um im Wettbewerb um Kauf- und Mietinteressenten sichtbar zu bleiben.
Die erhobenen Entgelte standen nach Auffassung der Kläger in keinem angemessenen Verhältnis zur erbrachten Dienstleistung. Aufgrund mangelnder gleichwertiger Alternativen habe der Plattformbetreiber seine Preissetzungsmacht über Jahre hinweg unreguliert ausspielen können, was die Vermittlungsbranche wirtschaftlich spürbar belastet habe.
- —Verhandlung vor dem Competition Appeal Tribunal über die Zulassung als Sammelklage
- —Streitwert von £1,5 Milliarden im Namen Tausender Maklerunternehmen
- —Vorwurf überhöhter Gebühren durch Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung
Weitreichende Konsequenzen für den Portalsektor
Das Verfahren wird in der britischen Immobilienwirtschaft mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Sollte das Tribunal die Sammelklage zulassen, droht dem Portalbetreiber eine der finanziell folgenschwersten juristischen Auseinandersetzungen seiner Unternehmensgeschichte. Ein solches Verfahren könnte zudem grundsätzliche Maßstäbe für die Preisgestaltung und Marktbeherrschung digitaler Plattformen im Vereinigten Königreich setzen.














