Die MEAG und ENERCON haben eine spezialisierte Finanzierungsplattform ins Leben gerufen, die institutionellen Investoren, darunter die Munich Re, den Zugang zu Investments in Windenergieprojekte eröffnet. Dies erfolgt über den neu aufgelegten ENERCON Finance Solutions Teilfonds, der in Luxemburg domiziliert ist. Der Fonds konzentriert sich auf die Bereitstellung nachrangigen Fremdkapitals für Windenergievorhaben im deutschsprachigen Raum und soll Anlegern einen diversifizierten Zugang zum Sektor der erneuerbaren Energien bieten.
ENERCON, ein führendes europäisches Windenergieunternehmen mit einer starken Präsenz im deutschsprachigen Markt, arbeitet neben großen Windparks auch mit zahlreichen kleineren und mittelgroßen Projektentwicklern, Kommunen sowie privaten Investoren zusammen. Diese Akteure nutzen traditionelle Bankfinanzierungen, verfügen jedoch häufig über begrenztes Eigenkapital für die Umsetzung zusätzlicher Projekte. Die neue Plattform adressiert genau diese Finanzierungslücke durch die Vergabe von Junior-Finanzierungen.
Der ENERCON Fonds ermöglicht Projektentwicklern eine effizientere Kapitalstruktur, ohne dass diese Eigentumsanteile oder die Kontrolle über ihre Projekte aufgeben müssen. Dies soll die Realisierung zusätzlicher Windenergieprojekte sowie die Refinanzierung bestehender Anlagen fördern und somit die Energiewende unterstützen. Gleichzeitig bietet die Struktur MEAG-Anlegern die Möglichkeit, in qualitativ hochwertige Wind-Assets im deutschsprachigen Markt zu investieren.
Struktur und Governance der Plattform
Die Plattform vereint die industrielle Expertise von ENERCON mit der Struktur eines professionellen Spezialfonds. ENERCON identifiziert hierbei passende Finanzierungsmöglichkeiten innerhalb seiner Kundenbasis und beteiligt sich zudem selbst als Investor am Fonds. Die unabhängige Investitionsprüfung sowie das laufende Portfoliomanagement werden durch Mount Street auf Basis detaillierter Investitionskriterien durchgeführt, welche in Kooperation mit der MEAG entwickelt wurden.
Universal Investment Luxembourg agiert als regulierter Alternative Investment Fund Manager und trägt die aufsichtsrechtliche Verantwortung für den Fonds. Mount Street und BKN Capital unterstützten die Konzeption und Implementierung der Plattform, während Linklaters die Transaktion rechtlich begleitete. Dieses Zusammenwirken soll eine skalierbare Governance-Struktur und einen effizienten Investitionsprozess bei gleichzeitig hohen institutionellen Standards gewährleisten.
Die Head of Infrastructure Debt Transactions bei MEAG, Isil Tanriverdi Vermissen, stellte fest, der Fonds biete Investoren Zugang zu einem attraktiven und bislang unterversorgten Marktsegment. Sie betonte, die Plattform ermögliche Investitionen in werthaltige Windenergieprojekte, die institutionellen Anlegern in dieser Form bislang nur eingeschränkt zugänglich gewesen seien. Michael Kittle, Head of Illiquid Assets Debt bei MEAG, unterstrich den Wert strategischer Partnerschaften zwischen Industrie und institutionellen Investoren. Die Geschäftsführerin der MEAG, Antonia Jobke, hob hervor, gemeinsam mit ENERCON sei eine maßgeschneiderte Fremdkapitallösung für den deutschsprachigen Windenergiemarkt entwickelt worden. Dr. Michael Jaxy, CFO von ENERCON, äußerte, mit dem ENERCON Finance Solutions Fund werde das Lösungsangebot um eine zusätzliche Finanzierungskomponente für Kunden erweitert, was neue Möglichkeiten zur Realisierung von Windenergieprojekten schaffe.














