Die vormalige Maschinenzentralstation in der Hamburger Speicherstadt, bekannt als Block M28a/M29, ist vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e. V. (AIV) als „Bauwerk des Jahres 2025“ gewürdigt worden. Diese Auszeichnung wird an herausragende Bauwerke vergeben, deren Qualität aus einer erfolgreichen Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren und Bauherren resultiert. Das historische Gebäude, welches im 19. Jahrhundert die gesamte Speicherstadt mit Strom und hydraulischer Energie versorgte, erfuhr eine denkmalgerechte Sanierung und wurde um einen modernen Kopfbau erweitert.
Das Gebäude, dessen ursprünglicher Block 1943 zerstört wurde und über Jahrzehnte unvollständig verblieb, schließt nun eine städtebauliche Lücke. HHLA Immobilien verantwortete die Sanierung des Bestandes und die Ergänzung durch den modernen Kopfbau. Der Neubau integriert sich durch die Aufnahme der charakteristischen Backsteinarchitektur des Quartiers, interpretiert diese jedoch zeitgemäß. Dieses Vorgehen war aufgrund der hohen Anforderungen und Erwartungen an eine Bebauung innerhalb der seit 2015 bestehenden UNESCO-Welterbestätte anspruchsvoll. Ein Architekturwettbewerb wurde zur Findung eines passenden Entwurfs durchgeführt, aus dem BIWERMAU Architekten als Sieger hervorgingen.
Konzept und Umsetzung der Revitalisierung
Annina Mielck, assoziierte Partnerin bei BIWERMAU Architekten, äußerte, der Entwurf des neuen Kopfbaus verstehe sich als behutsame und zugleich zeitgenössische Ergänzung des Bestandes. Ziel sei es gewesen, ein gemeinsames Haus aus Alt- und Neubau zu schaffen, das die unterschiedlichen Zeitschichten des Gebäudes sichtbar macht und die städtebaulich besondere Situation des Ortes in ihrer historischen Prägung wieder erlebbar werden lässt. Auf rund 4.000 Quadratmetern wurden drei Mieteinheiten geschaffen, welche sich jeweils über den Neubau und den loftartigen Bestand erstrecken. Eine Reverenz an die Geschichte des Ortes bilden die freigelegten und sanierten historischen Fundamente im Kellergeschoss.
Die Realisierung dieses komplexen Vorhabens wurde durch das Zusammenspiel zwischen HHLA Immobilien, BIWERMAU Architekten und WP Ingenieure ermöglicht. Ulrike Rau, Projektleiterin bei HHLA Immobilien, beschrieb, die Maschinenzentralstation habe diverse Herausforderungen dargestellt, die im laufenden Projekt Feinjustierungen erforderlich machten. Sie hob das Vertrauen innerhalb des Planerteams hervor, welches eine lösungsorientierte Arbeitsweise am Tisch ermöglichte. Dr.-Ing. Alexander Steffens von WTM Engineers betonte in seiner Laudatio den Mut, nicht nur das Gebäude zu sanieren, sondern auch den verlorenen Kopfbau zu ergänzen, der nach dem Krieg eine städtebauliche Lücke hinterlassen hatte.
Die Maschinenzentralstation dient als Beispiel dafür, wie historische Substanz bewahrt und gleichzeitig für moderne Nutzungen adaptiert werden kann. Die vormalige Maschinenhalle wird ab Frühjahr 2026 den ersten deutschen Standort des Restaurants „Chefs Warehouse“ beherbergen.













